Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 461)
- Language
- German
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28. X. 1929, Felix, Kaufmann in Boskowitz, Dr. med. Gerta Ungar, Kinderärztin in Tel Aviv. 7 Chanah verehl. Salamon Schnabl in Pohrlitz. 8 Predig. 7/2. 9 Simon Biach wohnte bis an sein Lebensende in Boskowitz, betrieb einen Schnittwarenhandel, lieferte den jüdischen Hausierern Kopftücher und andere Schnittwaren. Er und sein Sohn Nathan bezogen die Brünner Märkte, wo sie mit den jüdischen Hausierern aus Mähren zusammenkamen und Geschäfte machten. Sie etablierten sich später in der Schlossergasse in Brünn unter der Firma Simon Biach und Sohn, waren zuerst nur während der Marktzeit dort, später verlegte Nathan und seine Frau Hanni ihren Wohnsitz nach Brünn. Simon Biach kam während der Marktzeit, aber auch für zwei bis drei Tage wöchentlich nach Brünn und führte die Bücher der Firma, die es zu hohem Ansehen brachte. Nach der Gründung der Lettowitzer Blaudruckfabrik durch Max und Dr. Jakob Biach, war Hanni Biach, die Chefin des Brünner Tüchelgeschäftes. — Dr. Jakob Biach war Verwaltungsrat der Bodenkreditanstalt in Wien. — Es ist mir eine angenehme Pflicht, meinem sehr geschätzten Freunde Herrn Emil Ungar in Boskowitz, für die Zusendung der Urkunden und Familienpapiere herzlichst zu danken. Ihm verdanke ich auch manche Mitteilung über Simon Biach und seinen Nachkommen. * * * Wie ich eingangs bemerkte, hat Simon Biach noch ein zweites Testament verfaßt und das im hohen Alter von über 80 Jahren. In der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Testament ist der Testator zu recht ansehnlichem Wohlstand gelangt. Der Geschäftsgründung in Brünn (Schlossergasse) war bald die Lettowitzer Blaudruckfabrik gefolgt. Die letzten, seiner Verfügungen betrafen Gemeinde, Vereine, Kinder, Schwiegersöhne und Enkel. Er verzeiht großmütig den Familienmitgliedern, die ihn gekränkt, und wird nicht müde, seine Nachkommen zu Liebe und Eintracht zu ermahnen, denn nur so bleibt der Wohlstand der Familie dauerhaft. Nichts läßt der umsichtige Mann außer acht, selbst den Entwurf der Grabschrift welche die Anfangsbuchstaben „Simon ben Mhrr Bezadel Biach" ergiebt fügt er seinem letzten Willen ein. Wie mir mitgeteilt wird, entspricht die Ausführung durchaus seinem Wunsch. 9 457