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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 447

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 447 (sequence 453)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644309--4255-2648604
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Zwei Testamente des Simon Biach Von Heinrich Flesch, Dolni Kounice Im ersten Bande des Jahrbuches der Gesellschaft, S. 410ff., habe ich das Testament des Jakob Hirsch Biach Feilbogen publiziert. Ein zweites Testament desselben Testators hat I. Taglicht im jüdischen Jahrbuche für Österreich, Jahr 5693, S. 416ff. veröffentlicht. Ein Bruder des Jakob Hirsch B. F., Namens Josef, der sich „Biach" nannte und den er in seinem Druckwerke ,,Chaschrat Majim", Blatt 47, anführt, lebte als Privatgelehrter in Boskowitz. Ein jüngerer Bruder des Jakob Hirsch B., Namens Bezalel, starb in jungen Jahren, ob in seiner Geburtsstadt Nikolsburg oder in Boskowitz, kann ich nicht feststellen. Sein Sohn Simon, geb. 1789, gest. 1871, heiratete die junge Witwe Blümele Schwarz, Tochter des Mordechai Löb Wassertrilling, welch letzterer ein Schwiegersohn des Samuel ha-Levi Kehn (aus Kolin) war, Autor des Machzit haschekel, der als Kaufmann und Privatgelehrter in Boskowitz lebte und eine Talmudschule leitete, die von vielen Schülern besucht wurde. Simon Biach selbst pflegte auch nach Gründung seines Hausstandes das Talmudstudium, was aus seinem nachgelassenen exegetischen Kommentar zum Pentateuch ersichtlich ist, welcher mir handschriftlich vorliegt. Auch zwei Ansprachen in deutscher Sprache (in hebräischen Schriftzeichen), die er seinen Freunden am Versöhnungstage und seinen Kindern bei der Sederfeier am Pesachfeste gehalten, hat er in diesem Kommentar aufgezeichnet. Er lebte ja viele Jahre in Boskowitz, dürfte Freunden und Familienmitgliedern an Sabbaten und Festtagen Vorträge gehalten haben, deren Ergebnisse in dem nachgelassenen Bibelkommentare niedergelegt sind. Im Kommentar selbst haben sich auch historische Nachrichten erhalten, die über Abstammung und Familie Aufschluß geben, auch von gelehrten Zeitgenossen werden Bibelerklärungen überliefert. Simon Biach hat zwei Testamente eigenhändig niedergeschrieben, das erste im Jahre 1831 im Alter von 42 Jahren. Die einleitenden Sätze sind in klassischem Hebräisch geschrieben, welches der Testator glänzend beherrscht, und die letztwilligen Anordnungen im Judendeutsch, damit diese auch der Frau und den jüngeren Kindern verständlich sind. „Mit der Hilfe Gottes." Ich danke Gott, der mir bisher beigestanden, so daß ich gesund und ungeschwächt bin in Kraft und Verstand, trotz alldem will ich nicht vergessen (an mein Ende zu denken), vielleicht kommen die Tage der Musterung (der Abberufung) plötzlich. Von den Altvordern lernen wir klugen Sinn, dem Hause rechtzeitig zu gebieten. Ich danke seinem heiligen Namen, daß ich Gedanken niedergeschrieben 1 449

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