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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 289

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 289 (sequence 294)
Language
German
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IRI
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daß der Rabbiner seines Amtes enthoben sei. Worauf der Rabbiner ausrief: „Der Ewige hats gegeben, der Ewige hats genommen." Aus einer Eingabe,29 die Kindeies nach seiner Amtsenthebung an den fürstl. Herrn richtete, ist zu ersehen, welche Fragen der Richter an ihn gestellt hatte. Sie betrafen sein festes und sein Nebeneinkommen in Nachod, wie sein Einkommen als Prager Oberjurist. Nach der schrift lichen Beantwortung dieser Fragen, wäre er seit 1690 kein Oberjurist mehr, wie dies auch aus der Vorrede zu seinem Werke ersichtlich ist. Kindeies beklagt sich beim Fürsten über das unverantwortliche und rohe Benehmen des Richters, der sich in jüdische Rechtsangelegenheiten und Zeremonien einmenge, ihm seine Akzidentien wegnehme, selbst seine ausstehenden Schulden eingezogen und ihn handgreiflich bedroht hätte. Er bittet dann den Fürsten, sich seiner, seiner Frau und seiner Kinder zu erbarmen und ihn in seinem Rabbineramte, das er stets zur Zufriedenheit geführt hätte, zu belassen. Diesem Gesuche wurde jedoch nicht stattgegeben. Auf dem alten Friedhofe zu Nachod befindet sich auch das Grabmal seines Nachfolgers. Die Grabschrift lautet: Mittwoch, den 9. Kislev 456 nach der kleinen Zahl (16. November 1695). Der Gelehrte der Rabbiner Menachem Mendel, Vater des Gerichtskollegiums hier in der heiligen Gemeinde Nachod, Sohn des Gelehrten R. Chaim R. Isserls s. A. aus Prag. Da über die Rabbiner, die in Nachod gewirkt haben, nichts bekannt ist, wollen wir sie hier aufzählen, soweit wir sie aus den Akten und Grabschriften feststellen konnten.30 4. ,, Joachim Israel, Rabbiner in der Stadt Nachod"31 unterschreibt sich der Nachfolger des R. Menachem Mendel Isseries am 21. Oktober 1707 und am 3. November 1709. 5. „Ich Moyses Löbl Sohn Aron von Steinitz, Rabbiner der Juden Gemeinde in Nachod"32 lautet die Unterschrift des nächsten Rabbiners unter einem Heiratsvertrag vom 9. November 1711. 6. R. Isachar Bär approbiert im Jahre 1724 in Nachod das Werk „Toldot Jakob44 von Jakob Eilenburg (Fürth 1726).33 7. Rabbiner Moses Spira34 wirkte viele Jahre in Nachod. Pessel, Tochter des Salomon Levi, Frau des R. Moses Spira starb am 27. Tebeth 507 (10. Jänner 1747) in Nachod.35 Seine zweite Frau Rifka und sein Sohn Chaim werden im Nachoder Synagogenbuch vom Jahre 1761 öfter erwähnt. 8. Rabbiner Moises Marcus36 unterschreibt am 22. Tamus 5519 (18. Juli 1759) bis zum 31. Oktober 1772 als Nachoder Rabbiner. Am 13. Juli 1773 wird er als verstorben angeführt. Er dürfte mit dem Nachoder Rabbiner Moses Blumenau,37 auch Moses Magid genannt, identisch sein. 19 289

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