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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 103

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 103 (sequence 105)
Language
German
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IRI
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RESPONSEN DES R. ISRAEL BRUNA1 Einleitung R. Israel ben R. Chajim2 Bruna8 ist nach Ansicht von Grätz geboren um 1400, gestorben um 1480.4 Weder der Ort seiner Geburt noch der seines Todes sind bekannt. Seine Lehrer waren: R. David aus Schweidnitz,5 ein R. Meir6 und R. Israel Isserlein.7 Er lernte auch auf der Jeschiba zu Olmütz.8 Er war zuerst eine Reihe von Jahren Rabbiner in Brünn; vor 14469 verließ er Brünn und begab sich nach Regensburg. Doch auch in Regensburg blieb er im steten Kontakt mit den Gemeinden und Gelehrten in Mähren und Böhmen, aus welchen Ländern mehrfach Anfragen an ihn dorthin gesandt wurden.10 Sein Leben in Regensburg gestaltete sich sehr trübselig. Es war voll Widerwärtigkeiten und von Unglück begleitet. Schon bald nach seiner Ankunft, als er daran ging, eine Jeschiba zu eröffnen und rabbinische Funktionen auszuüben, erhob der dort ansässige Talmudgelehrte Amschel Levi heftigen Protest (s. u. 17, Rp. Nr. 253). Letzterer war zwar auch kein von der Gemeinde angestellter Rabbiner (s. Weil Rp. Nr. 151), aber er übte dort seit früher die Funktionen eines Rabbiners aus und stand einer Jeschiba vor. Es entwickelte sich ein großer Streit, der die Gemeinde in zwei Parteien spaltete, und Bruna hatte viele Ehrverletzungen und sonstige Unannehmlichkeiten seitens der Gegenpartei zu erdulden.11 Erst nach dem Tode R. Amschels versöhnten sich die Parteien, und er wurde Oberhaupt des gesamten Beth-Din (Abad, t'sn) und als Rabbiner von beiden Parteien anerkannt. Viel schlimmer als die Gehässigkeit der Gegenpartei waren die Verfolgungen seitens der Behörden. So wurde er eines Tages in Haft genommen, wobei auch sein Vermögen konfisziert wurde. Er wurde dreizehn Tage im „Turm" festgehalten und erst nach Stellung einer Bürgschaft aus der Haft entlassen.12 1474, als Bruna bereits hochbetagt war, traf ihn ein noch schwereres Unglück. Ein getaufter Jude namens Hans Vayol zeigte ihn an, als habe er, Bruna, ihm ein siebenjähriges Christenkind abgekauft und geschlachtet. Der Bischof von Regensburg und die übrige Geistlichkeit griffen diese Anschuldigung auf und trieben eine wüste Agitation gegen das Judentum, und das Volk glaubte an die Schuld des Rabbiners. Die Kirche forderte die Hinrichtung Brunas. Um ihn vor der Wut des Volkes zu schützen, ließ ihn der Rat zu Regensburg in Kerkerhaft bringen (im März 1474). Kaiser Friedrich III., der auf Grund päpstlicher Kundgebungen gegen die Ritualmordlüge von der Nichtigkeit der Anschuldi- 3 103

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