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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 273

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 273)
Language
German
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IRI
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et authoritatem ecclesiasticam in respondendo super interrogatoriis sibi propositis pro more suo proterve ac frivole plerumque eluserit. Eundem iterato de haeresi vehementer suspectum esse dicimus et sententionando declaramus, ipsi ad se ab hac vehementi suspicione purgandum rursus professionem fidei orthodoxae publice emittendam injungentes per hanc sententiam nostram definitivam latam, lectam, et servatis servandis de jure publicatam in curia episcopali Reginae-Hradecii die 18. Decembris A. 1758. Mit Dekret des Grafen Leopold Kinsky vom 13. Aug. 1759 (Abschrift im Bidschower Dekanalarchive, Fasz. XII, Nr. 3) wurde er von der Chlumetzer Herrschaft verwiesen. Das bemerkenswerte Ausweisungsdekret lautet: Nechdeme bey meiner Majorathherrschaft Chlumetz und zwahr unter meinen Unterthanen in Religionssachen solche Glaubensirthum hervorgekommen, daß in einer kurtzen Zeit bies 20 Persohnen in die geistliche, folgends appelatorische Inquisition verfallen; nach genauer Untersuchung aber hervorkommen, daß der Mathes Koupilek aus 2izelitz als ein ketzerischer Verführer alle diese und vielleicht noch viele mehrere meine Unterthannen von der wahren Religion verführet und ins ketzerische Thun verleüthet; weillen nun diese ketzerische Verführung nicht allein wieder die hierlands eingeführte röm. cathol. Religion streitet, nebst dessen mir zum größten Schaden gereichet, sintemahlen diese Leuth, welche sich an eine frembde Religion binden, mir gemeiniglich untreu werden, folglich auf die mir verbundene erbunterthänige Treü vergessen, weithers in allen ihrigen Schuldigkeiten saumselig erzeigen. Dahero und umb dieses Übel zu steuern, habe nicht allein diesen obangeführten Mathes Koupilek als einen überwiesenen ketzerischen emisari von meiner Herrschaft verwiesen, sondern auch anbefehlen wollen, daß allen bey meiner Herrschaft Chlumetz befindlichen Unterthannern bey erst erfolgenden Amtstag bedeuthet werden solle, in Fahl und da wieder Verhoffen ein oder anderer von allen auf meiner Herrschaft Chlumetz und incorporirten Güthern befündlichen Unterthannern sich ein oder anderer von Zeit dieser Publication in Irthum fünden lassen sollte und diesfalls überwiesen wurde, derselbe in genere seines Vermögens nicht allein verlustiget, sondern auch, wie oft ermelter Mathes Koupilek auf ewig sammt Weib und Kindern meiner Herrschaft verwiesen seyn sollen... Über Georg Koupilek hat sich im Bidschower Dekanalarchive (Fasz. IX, Nr. 1, Fasz. XI., Nr. 1) zunächst das Protokoll über seine Einvernahme in Chlumetz am 4. März 1756 erhalten, bei der Georg Koupilek diesen inkriminierten Ausspruch, der Papst sei der Antichrist, bestritt. Er habe es in der Dennice gelesen, welche die Herren Patres Missionäre herausgaben, und er habe den Ausspruch so aufgefaßt, daß die Ketzer damit den Papst lästern. Er bestritt weiter, daß sein Schwiegervater religiös verdächtig sei. Laut Protokoll hatte der Bruder des Georg Koupilek, der uns bereits bekannte Matthias, gesagt: „Durch Eure Ehe (nämlich des Georg Koupilek) mit dem Geschlechte Zdänsk^ wird die Ketzerei um sich greifen44 („skrze sriatek vä§ s rodem Zdänskym ucinenej kacifstvo se rozmähat bude"). Darauf erklärte Georg Koupilek: „Ich habe dort keine Bücher gesehen, auch keine ketzerische Reden gehört, habe auch niemals von den Leuten gehört, daß sie dieses Geschlecht etwa für ketzerisch hielten44 („zädny knihy sem tarn nevidSl, ani reci kacifske neslysel, ani od lidi sem nikda neslysel, aby rod ten za podezrely vedli"). Die Anzeige des Bruders erklärte er für einen Racheakt dafür, daß er ihm das Häuschen auf seinem Garten nicht habe lassen wollen („ze jsem jemu chaloupku na zahradS m6 popustiti nechtel"). Dann ist hier das Urteil des Königgrätzer Konsistoriums vom 18. Dezember 1758. („Cum ex actis inquisitionis in puncto pravitatis haereticae contra Georgium Kaupilek, oppidanum Zizelicensem dominio Chlumecensi subditum, Chlumecii apud Judicium saeculare propterea incarceratum legaliter pro foro ecclesiastico institutae relatis mature ponderatis ac discussis prodeat, quod modo dictus inquisitus juxta propriam fassionem suam haereticos sermones in praememoratis actis inquisitionalibus ad interrogatorium 4tum notatos, et a defuncta sorore sua Catharina Kaupilkiana prolatos audiverit et per eandem sororem suam haeresim disseminari sciverit, neque tarnen unquam illam prodiderit et secundum 272 126

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