Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
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ANMERKUNGEN ZUR EINLEITUNG. * Ephemeriden der Menschheit 1. c, S. 458. — Riegger 1. c, S. 425, weicht nur an einer einzigen Stelle im Ausdruck ab: „ohngefähr vor 40 Jahren". — Im Artikel „Von den sogenannten Abrahamiten, Adamiten oder Deisten in Böhmen" (Ephemeriden der Menschheit 1. c, S. 69—84) findet sich keine Anspielung auf die Sekte der sog. Bidschower Israeliten; der Artikel betrifft lediglich jene Israeliten, die nach Kundmachung des Toleranzpatentes im Chrudimer Kreise auf der Herrschaft Pardubitz auftraten. 2 Ephemeriden der Menschheit!, c, S. 458—460: „Nicht ohne Grund kann man die Hauptursache dieses Abfalls auf die alte Intoleranz der Priester und der Gesetze, und auf die vormalige trockene Lehrart der Seelsorger zurückführen. Gut organisierte Menschen lassen sich nicht Dummheit, Aberglauben, Mirakel erzählen, Walfahrtenempfehlungen, Brüderschaftskrämereien und was dergleichen Mönchslehre mehr ist, worunter über das noch Eigennutz aller Arten hervorgeguckt hat, für Gottes und Väterlehre verkaufen. Diese Lehre wird ihnen um so verdächtiger, wenn lieblose Hirten, welche mehr nach der Wolle ihrer Schaafe, als nach ihrem Heil und Glücke dürsten, einen jeden Verdacht mit wilden Feuer nützen, um ihre Kinder zu quälen, zu verketzern, mit dem Bannfluch zu brandmarken und mit ihnen schaudervolle Kerker auszufüllen. Ist wohl in den Ferdinandeischen Zeiten mit unsern armen böhmischen Landsleuten anders vorgegangen worden? war es nicht die größte Ehre, mit dem Namen des Seelsorgers den Namen des Ketzerhammers zu verbinden? hörte man nicht von allen Kanzeln wider die Unglücklichen Verdammung donnern, die sich unterstanden haben, gegen die Meinung des Pfarrers einen auch nur geheimen Zweifel aufzuwerfen? Gab nicht oft eine lutherische Bibel, ein unschuldiges Gebet- oder Gesangbuch zu den härtesten Untersuchungen und Verfolgungen Gelegenheit; zahlte man nicht wildeifrige Priester, deren Amt es war, im Lande herum zu laufen, alle erdenkliche Kunstgriffe anzuwenden, um Ketzer und Hussiten ausfindig zu machen und sie den peinlichen Gerichten zu überantworten? Alle unsere böhmischen Archive sind voll von dergleichen Inquisitionsakten, wie unsere Kerker von den Seufzern und Thränen so vieler geplagten Mitbürger voll waren... Man kann also mit gutem Grunde den Abfall von dem Christengesetze der gereizten Abneigung mancher Landleute von ihren Priestern, von ihrer oft unkatholischen Lehre zuschreiben. Wenn man die Verfassung des Menschenherzens genau überlegt; so ist dieser Übergang vom vernachlässigten oder ungefälligem Unterrichte zur Lauigkeit im Gottesdienste, von der Lauigkeit zum Zweifel und von beiden zum Unglauben oder sonst einem irrigen System ganz natürlich" (vgl. auch Riegger 1. c, S. 426— 427). Vgl. auch die Erklärung in dem Artikel „Von den sogenannten Abrahamiten, Adamiten oder Deisten in Böhmen" in den Ephemeriden der Menschheit 1. c, S. 69 f. 3 Hieher gehört auch die Erwähnung in der Schrift von Cornova „Staat von Böhmen", Band VI (1801), S. 170. 4 Cel. Riha, Mistopis a dejiny kräl. vennäho mesta Noveho Bydzova. Prag 1868, S. 64. ß Das älteste Bidschower Stadtbuch „Liber conscientiae" aus der Zeit 1311— 1470 gab J. Kapras heraus („Kniha svSdomi mesta Noveho Bydzova. N. Bydzov 1907), der in der Einleitung (S. LXV—LXVI) auch die übrigen Bidschower Stadt-, bzw. Gedenkbüeher verzeichnet. 6 Mistopis a dejiny kral. vSnneho mesta Noveho Bydzova, S. 51—52. 7 Dieses Bidschower Gedenkbuch wird als „Liber memorabilium III" bezeichnet (nach dem Titel auf dem Vorsatzblatt; auf dem Rücken ist das 393 Blätter zählende Buch deutsch als „Memorabilienbuch" bezeichnet); es ist eine Stadtchronik und verdankt seine Entstehung der bekannten Verordnung des Oberst- 87 233