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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 210

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 210)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644311--3587-2647935
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Otava und Josef Häjek. Die Gesamtzahl der Personen, die im Jahre 1747 wegen Zugehörigkeit zur Sekte der sog. Bidschower Israeliten untersucht wurden, betrug daher, wenigstens soweit man es heute feststellen kann, gegen 120. Die Listen, die unserer Übersicht zu Grunde liegen, führen leider nicht immer die Zuständigkeit der einzelnen Mitglieder der Sekte an. Nichtsdestoweniger ergibt sich auch so, daß das Zentrum der Sekte auf der Herrschaft Bidschow und der Nachbarherrschaft Chlumetz war, und zwar insbesondere in den Dörfern, die verhältnismäßig unweit der Stadt Bidschow lagen, wie Luzec und Skochovice. Auf der Herrschaft Dymokur, Smidar, Königgrätz und Prim war die Zahl der Sektierer offenbar gering, nur einige Personen, die vermutlich nähere (zum Teil wenigstens direkt verwandtschaftliche) Beziehungen zu den Anhängern der Sekte auf dem Bidschower oder auf dem Chlumetzer Gebiet hatten. Man sieht also, daß der territoriale Umfang der Sekte nicht groß war und daß es sich im Wesen nur um einige Dörfer handelte, welche in der Nachbarschaft oder doch wenigstens nahe beieinander lagen. Endlich läßt sich aus den angeführten Namen der Parteigänger der Sekte schließen, daß Pitas Anschauungen besonders in gewissen Familien oder Sippen Gehör gefunden hatten. Eine Analyse der erhaltenen Sektiererlisten zeigt auch, daß Sväteks Behauptung von einer Verbreitung der Sekte der sog. Bidschower Israeliten auch in der Umgebung von Königinhof28 offenbar unrichtig ist. Seine Quelle kann man übrigens leicht feststellen. Es ist dies die Dislokation der mit Urteil vom 12. Jänner 1748 mit Gefängnisstrafen geahndeten Sektierer, welche ihrer großen Zahl halber auf die Stadtgefängnisse im Königgrätzer Gebiet verteilt wurden, darunter auch auf das Gefängnis zu Königinhof. Die in Beilage III abgedruckte Liste der Verurteilten spricht dafür, daß die verurteilten Sektierer aus dem Bidschower Gebiet in Neubidschow, Königgrätz, Jitschin, Podebrad und Jaromef eingekerkert waren und ähnlich waren auch die übrigen Verurteilten aufgeteilt. In Jitschin, Podebrad, Jaromef und Königinhof waren also nicht etwa Anhänger der Sekte aus diesen Orten eingesperrt, sondern ganz vereinzelte Anhänger derselben von den Herrschaften Dymokur, Königgrätz, Pffm und Smidar und zahlreiche Gesinnungsgenossen von den Herrschaften Bidschow und Chlumetz, wo sich der Hauptmittelpunkt der Sekte befand, von dem aus sie nur wenig ausgestrahlt war. Daraus sieht man ferner, daß von einer ausgedehnten „Agitation" des Rabbiners Mendl, bzw. des Johann Pita, von der Svätek29 spricht, keine Rede sein kann. Ebensowenig findet sich in den Quellen ein Anhaltspunkt für die Behauptung Sväteks, Rabbiner Mendl habe für die „böhmische Judensekte" Hunderte von Anhängern gewonnen. Wie wir 63 209

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