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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 207

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 207)
Language
German
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IRI
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groß, als daß Prag sich getraut hätte, selbst eine Entscheidung zu treffen.. Und so wurde seitens der Prager Statthalterei ohne Verzug nach Wien berichtet. Wien entschied sehr rasch. Mit Reskript vom 26. Jänner 1747 wurde angeordnet, aus Mitgliedern des Prager Appellationsgerichtes eine eigene Kommission zur Untersuchung dieses Falles zu bilden.19 Wann sich diese Kommission konstituiert hat, ist zwar nicht bekannt, es geschah jedenfalls bald; im April 1747 erschien die Untersuchungskommission des Appellationsgerichtes unmittelbar in Königgrätz, wo sie etwa drei Wochen tagte. Über die Tätigkeit der Appellationskommission in Königgrätz erfahren wir heute allerdings wieder nur indirekte Kunde aus einigen Akten des Bidschower Stadtarchives. Der erste Akt ist das Dekret des Königgrätzer Kreisamtes vom 7. April 1747, kraft dessen dem Bidschower Richter und Stadtrat anbefohlen wird, die Verhaftung und Eskortierung folgender Gesinnungsgenossen des Johann Pita vor die Appellationskommission nach Königgrätz20 zu veranlassen, und zwar Wenzel Janecek, Georg Psenicka und Georg Chaloupka samt seinem Weibe für den 9. April, Matthias Husek, Jakob Smidrkal und Matthias Sebek für den 11. April und Jakob Janecek, Johann Janecek, Martin Vacek, Johann Vacek und Wenzel Sebek für den 13. April.21 Nachträglich22 wurde dann für den 11. April vom Kreisamte vor die Appeilaticnskommission noch der Bidschower Weber Matthias Hladik vorgeladen, der bei dem Bidschower Richter Bergmann bedienstet oder doch wenigstens wohnhaft war.2a Schließlich wurden dann durch Dekret des Königgrätzer Kreisamtes vom 20. April 1747 im Wege des Bidschower Magistrates „cito citissime" vor die Appellationskommission nach Königgrätz drei Bidschower Juden beordert: der Bidschower Rabbiner Mendl, Salomon Caspar und Vlcek, sowie das Weib des Prasker Schäfers Johann Vacek, und zwar auf die siebente Morgenstunde für den 21. April 1747.24 Aus den zitierten Dokumenten haben wir bereits einige Gesinnungsgenossen Pitas kennengelernt, durchwegs aus dem Gebiete von Bidschow und Chlumetz, wo sich zwar der Mittelpunkt der Sekte befand, ohne daß sie sich jedoch auf diese Herrschaften beschränkte. Das beweisen einige erhaltene Listen von Parteigängern der Sekte, bzw. von Personen, welche der Anhängerschaft verdächtigt und deshalb inquiriert wurden, doch erschöpfen diese Verzeichnisse einerseits wohl nicht alle, die sich zum „Judaismus" bekannten, anderseits aber enthalten sie auch Personen, welche nur verdächtig waren, ohne vielleicht in Wirklichkeit Anhänger der Sekte zu sein. Aber auch so ist klar, daß die Sekte eine bedeutende Gefolgschaft zählte, die sich — wie bereits angedeutet — keineswegs auf das Gebiet von Bidschow und Chlumetz beschränkte, wo sie allerdings am zahlreichsten war; vereinzelte Vorkommen wurden 206 60

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