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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 148

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 148)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644311--3525-2647873
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Das Ghetto zu Neu-Bidschow und die sog. Sekte der Bidschower Israeliten um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts. Mit einem Originalplan. Von Dr. Jaroslav Prokes, deutsch bearbeitet von Dr. Anton Blaschka. Einleitung. In den letzten Jahren des Erbfolgekrieges, den Maria Theresia um das väterliche Erbe, vor allem um die böhmischen Kronländer führte, wurde unter der christlichen Bevölkerung in Nordostböhmen, namentlich auf dem Herrschaftsgebiete der königlichen Leigedingstadt Neu-Bidschow und auf der benachbarten Herrschaft Chlumetz eine Religionssekte festgestellt, die sogenannten Bidschower Israeliten. Es ist dies keineswegs eine völlig unbekannte historische Erscheinung. Sie wird von der historischen Forschung in die Kategorie der sogenannten Religionsschwärmer Böhmens eingereiht, deren alttestamentliche Anschauungen nach der Behauptung ihres Hauptstifters, des Chudonitzer Schneiders Johann Pita, auf dessen Verkehr mit den Bidschower Juden zurückgingen, und ein anderer Sektierer, der Zadrazaner Wenzel Janecek, bezeichnete neben Pita geradezu den Neubidschower Rabbiner Mendl als seinen Lehrer. Die Bidschower Israeliten riefen bei ihrem Auftreten nicht bloß an Ort und Stelle eine bemerkenswerte Erregung hervor, die begreiflich wird, wenn man bedenkt, daß der Aufdeckung monatelange Untersuchungen und diesen drei Hinrichtungen folgten, eine in Neubidschow und zwei in Königgrätz, ja sie erregten auch die Aufmerksamkeit der Regierung und veranlaßten sie zu scharfem Einschreiten. Und die Erinnerung an diese Sekte erhielt sich umso zäher, als sich trotz exemplarisch grausamer Bestrafung der festgestellten Führer ein Teil der Sektierer durchaus nicht einschüchtern ließ und die Sekte in der Gegend, wo sie gegen Ende des Jahres 1746 aufgetaucht war, weiterbestand, mochte sich auch hiebei das Zentrum von der Bidschower Herrschaft auf die Herrschaft Chlumetz verlagern, wo sie bereits in den Vierzigerjahren des XVIII. Jahrhunderts zahlreiche Anhänger gezählt hatte. Zur Zeit Josefs IL, in den Achtziger jähren des XVIII. Jahrhunderts, gab die Sekte neuerdings ein Lebenszeichen. Nach der Kundmachung 1 147

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