Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
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Bürstenbinder: Sie erleiden nicht durch die Juden, sondern durch die jüdischen Lieferanten einen Schaden, die von den Pfuschern die Ware kaufen und sie den Regimentern liefern. Kartenmaler: Sie haben geglaubt, es werde durch die Emigration besser werden, es sei jedoch ärger, weil die Juden alle Landsleute mit ihrer Ware versehen. Landkutscher: Durch die Abwesenheit der Juden erleiden sie einen großen Schaden. Musikanten: Sie leiden durch die Emigration großen Schaden. Seiler: Die Juden auf dem Lande kaufen von den Meistern die Stricke und gehen damit hausieren. Sie verkaufen auch den Hanf. Töpfer: Die von den Juden ehedem erhaltene Arbeit bleibt gänzlich aus, was ihnen zum Schaden gereiche. Mesulanmacher: Die Juden machen ihnen keinen Schaden. Solange die Juden in den Prager Städten waren, kamen viele Leute herein, die auch bei ihnen was einkauften. Tischler: Sie leiden durch die Emigration großen Schaden, weil die von den Juden erhaltene Arbeit aufhörte, auch müssen sie Leim, Farbe und andere Materialien bei den Christen teurer kaufen. Wagner: Sie leiden durch die Juden weder jetzt noch vorhin Schaden. Weißgerber: Die Juden machen ihnen beim Einkauf des rohen Leders als auch beim Verkaufe des ausgearbeiteten Leders, mit dem sie hausieren gehen, großen Schaden. Nach der Emigration machen sie ihnen noch größeren Schaden als vorher. Drechsler: Die Juden machen ihnen keinen Schaden, wohl aber ihre Abwesenheit, da ihnen jetzt der Verdienst ihrer Arbeit entgeht. Die Meisterswitwe Katharina Malnowski hätte bei Anwesenheit der Juden einen Gesellen halten können, jetzt ist sie eine aufgelegte Bettlerin. Klempner: Sie haben einen Schaden, der aber nicht so groß ist, um sich bei Hofe zu beschweren. Die Juden gehen mit Kleinigkeiten als mit blechenen Löffeln u. a. hausieren und unterstützen die Pfuscherei. Hofschmiede: Früher haben sie Arbeit von den Juden gehabt, besonders diejenigen, die ihre Werkstatt in der Nähe der Judenstadt gehabt haben. Kammacher: Sie erleiden durch die Juden Schaden, da sie alle Kommis-Arbeit liefern, sie führen auch das Horn aus der Stadt, das für sie unentbehrlich ist. Zinngießer: Sie haben von den Juden keinen Nutzen und keinen Schaden. Schwarzfärber: Die Juden kaufen auf dem Lande die Leinwand und versehen damit das Land, während die Meister mit ihrer Ware sitzen 116 60