Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 444)
- Language
- German
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bei Erwähnung mancher Stadlanim das Epithton mosar nefesch, d. h. er setzte sein Leben ein bei seinem Wirken für die Glaubensgenossen." Ein besonderer Ehrentitel ist es, wenn einem hervorragenden Vorstandsmitgliede noch auf seiner Grabschrift nachgerühmt werden kann, daß er Mitglied oder gar Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa war; das hängt zusammen mit der überragenden Stellung, die die Chewra Kadischa seit jeher im jüdischen Gemeindeleben einnahm. Von bezahlten Beamten werden mehrfach erwähnt der Sofer dematha der Stadtschreiber, auch sofer neeman, der beglaubigte Schreiber genannt, etwa dem Notar der Jetztzeit entsprechend, der Schamasch dematha, der Stadtschreiber auch schamasch neeman, der beglaubigte schamasch genannt, dessen Tätigkeit die juristische Exekutive, auch gerichtliche Vorladungen amtliche Verlautbarungen u. dgl. bildete; im behördlichen Stile ist es der geschworene Schulklopper. Es gab auch einen Chasan dematha, einen Stadtvorbeter, oder wie er genannt wurde Stodtchasen, der in den Gemeindesynagogen — Kohlsschul — abwechselnd vorzubeten hatte. Alle diese Beamten nahmen eine hohe geachtete Stellung ein, besonders auch darum, weil sie zumeist hervorragende Gelehrte waren.18 Nach diesen einleitenden Bemerkungen gehe ich in die Besprechung der einzelnen Urkunden ein. I. (Vgl. Text, Übersetzung und Abbildung im Anhange.) Pergamentblatt 30x40 cm, einseitig beschrieben. Oben Mittelstück zwei Engel mit Trompeten, die ein bekröntes Schild halten, das in ganz kleine Schrift Huldigungssätze für David Oppenheim enthalten. Zu beiden Seiten in großen Buchstaben die Worte Masal tob in Blumenornamenten, darüber und darunter Bibelverse, die den Namen „David" enthalten. Daran schließt sich in etwas größerer Schrift die überschwengliche Zueignung an David Oppenheim, rechts davon eine Zeichnung König Davids, die Harfe spielend, links davon sechs Bücher, die Titel der Werke David Oppenheims tragend. Darauf folgt in Raschischrift, die letzten Zeilen in der sogenannten Teutschchumeschschrift die eigentliche Urkunde. Das untere Viertel des Blattes ist ausgefüllt mit 28 Unterschriften; zu beiden Seiten des Blattes sind Zierleisten mit Blumenornamenten. Sämtliche Zeichnungen sind Federzeichnungen in schwarzer Farbe. Inhalt: Die Vorsteher und Führer des Landes (Mähren) erwählen Rabbi David Oppenheim einstimmig zum Landesrabbiner laut Inhalt des schon in seinen Händen befindlichen Rabbinatsdiplomes; er soll dieselben Einkünfte haben wie seine Vorgänger, ja noch mehr Macht 441