Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 422)
- Language
- German
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ANMERKUNGEN. 1 In diesem Jubiläumsjahr Maimonides, in dem sein 800. Geburtstag vom gesamten Judentum der Welt gefeiert wurde, sei es besonders angebracht, über einen Streit um den Philosophen Maimonides zu berichten, der in Prag vor ca. 400 Jahren stattgefunden hat. 2 Erfolgt 1204 in Fostat (Alt-Kairo). 3 S. unseren Artikel über ihn in der „Encyclopaedia Judaica", Bd. X, Sp. 988 ff. 4 Eigentlich Anti-Philosophen. In der jüdischen Philosophie hat er besonders Jehuda Halevi stark beeinflußt. 5 In diesem Kommentar erwähnt er seinen „älteren Bruder" R. Abigedor. Letzterer kann aber auch bloß ein Vetter von ihm gewesen sein, denn im Hebräischen wird auch ein Vetter häufig Bruder genannt. 6 S. A. Neubauer, Hebr. Mss. in the Bodleian Library Nr. 1649, 1 u. 2. Vgl. Steinschneider, Die hebräischen Kommentare zum „Fuhrer" des Maimonides, in Festschrift zum 70. Geburtstag A. Berliners, Frankf. a. M. 1903, S. 356. (Auf diese Abhandlung hat mich Herr Dr. T. Jakobovits aufmerksam gemacht.) Nach Steinschneider führte Menachem nicht den Zunamen Kara. Auf fol. 23 d. Hs. erzählt Menachem, daß er achtzehn Wochen im „Turm" eingesperrt war und dort nur trocknes Brod aß, so daß er schier wahnsinnig wurde. 7 Unvollständig abgedruckt bei J. Kaufmann in seiner hebr. Schrift „Rabbi Jom-Tow Lipmann Mühlhausen", New York 1927. 8 Grätz (Bd. VIII, S. 71 d. 4. Aufl.) bezeichnet Lipmann Mühlhausen als den „ersten und vielleicht einzig gebildeten deutschen Juden im Mittelalter"; Güdemann schreibt über ihn (Geschichte d. Erziehungswesens u. d. Kultur d. abendländischen Juden etc., Bd. III, S. 224/5): „Der einzige deutsche Rabbiner, welcher damals der Bibel eine erhöhte Aufmerksamkeit zuwendete, welcher Latein verstand und eine ziemliche Belesenheit in den Kirchenschriftstellern besaß, welcher auch in der jüdisch-philosophischen Literatur zu Hause war und gut hebräisch zu sehreiben verstand, ist Lipmann Mühlhausen." Diese Charakteristiken sind dahin zu berichtigen, daß Lipmann in Menachem Kara(?) einen ebenbürtigen rabbinischen Zeitgenossen hatte, der vielleicht Latein nicht konnte und in der Kirchenliteratur gewiß nicht bewandert war, der aber ebenfalls die Bibel fleißig studierte und sogar Stellen derselben kommentierte (s. Neubauer a. a. O. 7), ein gutes Hebräisch schrieb und in der Kenntnis der jüdischen Philosophie den Lipmann noch übertraf. Letzterer war also nicht der einzige gebildete deutsche Rabbiner im Mittelalter, sondern er muß sich in diesem Ruhme mit Menachem b. Jakob teilen. öZemach David, I, zum Weltjahre 5317 (1557). 10 Diese Flugschrift befindet sich in der Hss.-Sammlung des Oberrabbiners der portugiesischen Gemeinde in London, Dr. Gaster. Anfang und Ende fehlen. Sie wurde von Ph. Bloch i. d. Monatsschr. f. Gesch. u. Wissensch, d. Judentums, 1903, veröffentlicht. n Von den despektierlichen Epitheta, mit denen er seine Gegner bedenkt, sind „Esel" (für den Oberrabbiner) „Ochse" und „Dummkopf" (für den Schwiegersohn) die mildesten. 12 Gemeint ist wahrscheinlich ein von den „Jeschiba-Leuten" gewähltes Richterkollegium. 13 Gen. Kap. 18. 14 Num. 22, 28-30. 15 Berachot 6 a. 16 S. David Kaufmann, R. Joseph Aschkenas, der Mischna-Kritiker von Safet, in der obengenannten Monatsschrift, 1898, S. 38—46. Vgl. a. „Aschkenasi, Josef" in „Ena Judaica", III, Sp. 475 f. 419