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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 412

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 412)
Language
German
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IRI
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dieser Gotteshäuser schließt jede polnische Beeinflussung aus. Offenbar handelt es sich um Prager Juden, die in Theresianischer Zeit vertrieben wurden. Die adeligen Grundherren Nordwestböhmens begünstigten diese Niederlassungen vermutlich aus den gleichen Gründen, die dreihundert Jahre vorher für den König und den Adel Polens maßgebend waren, als die Juden der deutschen Lande nach dem Osten zogen. — Das erste Gotteshaus dieser Epoche entsteht 1756 in Kuttenplan unter gönnerhafter Förderung des Grundherrn, Siegismund Grafen von Haimhausen, und seines Nachfolgers, des Grafen Cajetan von Berchem. Auch die kleine Synagoge in Dürrmaul verdankt ihre Entstehung diesen Gönnern. Im Hauch Josephinischer Zeit, und schon vorher, entstehen weitere Synagogen in diesem Bezirk: Königswart (1764), Neuzedlisch (1786) usw. Aus dieser Periode stammen endlich die in kleinen Dörfern des Tachauer Bezirks errichteten jüdischen Gotteshäuser, rührend anmutende Kopien vorgenannter Beispiele (Purschau, Schönwald usw.). Aber alle diese Synagogen haben mit denjenigen polnischer Provenienz nicht das geringste gemein. Sie sind durchweg nach dem vom Verfasser5 erforschten und mit „Klostergewölbe-Typus" bezeichneten System erbaut, das den Raum mit einem kuppelartigen Gewölbe überspannt, unter dessen Scheitel, genau zentral, der Almemor errichtet ist, dessen Bedeutung als Mittelpunkt der gottesdienstlichen Handlung hierdurch besonders betont erscheint. Die Baumeister sind zumeist die gleichen, die auch die Kirchenbauten der Grundherrschaft errichteten. Aus den noch erhaltenen Baurechnungen von Neuzedlisch entnehmen wir den Namen Gallus (Galli?) als „bal hamelocho" (Baumeister).18 409

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