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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 388

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 388)
Language
German
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IRI
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Manasse von Hotzenplotz. Der erste jüdische Münzlieferant in Schlesien (1622-1624). Von Bernhard Brilling, Breslau. Erst am Ende der unter dem Namen „Kipper- und Wipperzeit" in die deutsche Geschichte eingegangenen Epoche der Münzverschlechterung und -fälschung — im Jahr 1622 — werden jüdische Münzlieferanten in Schlesien genannt .* Der erste größere jüdische Münzlieferant in Schlesien, dessen Auftreten in diese Zeit fällt, ist der bisher überhaupt unbekannte mährische Jude Manasse2 von Hotzenplotz. Wie sein Name besagt, stammte er aus der dem Städtchen Zülz gegenüberliegenden Gemeinde von Hotzenplotz, die ebenso wie die Zülzer Gemeinde bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht, und wie diese gerade im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts aufzublühen begann .3 Im Jahre 1622 erscheint Manasse in Schlesien, ohne daß über seine bisherigen Verhältnisse etwas bekannt wäre. Er muß aber schon vorher mit dem Münzwesen vertraut gewesen sein, da er sonst wohl kaum als Münzlieferant von den verschiedenen schlesischen Münzstätten, denen er in den zwei Jahren 1622—1624 seine Dienste leistete, angenommen worden wäre. Man kann nur vermuten, daß er durch Balthasar Zwirner, der 1620 Münzmeister der mährischen Stände war, 1622 die fürstlichen Münzstätten zu Oels, Oppeln, Ratibor und Neisse verwaltete und 1623 von Erzherzog Karl die gesamte schlesische Münze pachtweise übernommen hatte,4 der also mit ihm schon von Mähren her bekannt gewesen sein kann, nach Schlesien empfohlen worden ist .5 Er verdient die ausführliche Würdigung, die ihm hier zuteil wird, sowohl wegen der Tatsache, daß er der erste jüdische Münzlieferant in Schlesien war, als auch wegen seines ungewöhnlichen Schicksals. Er belieferte, soweit uns das hier gebrachte, bisher bekannte Urkundenmaterial zeigt, die Münzämter von Breslau, Neisse, Oels und Skotschau. 1620 hatten die Fürsten und Stände Schlesiens nach der kurzen Regierung des Winterkönigs Friedrich den Beschluß zur Errichtung einer eigenen schlesischen Landesmünze in Breslau gefaßt. 1621 wurde diese Münze eingerichtet;6 in diesem Jahre beteiligten sich nur drei Juden an den Münzlieferungen und zwar mit ganz geringen Mengen,7 387

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