Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 303)
- Language
- German
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Juden bekanntgegeben wurde, daß sie 41 Rekruten zu stellen haben, ferner mit einer Zuschrift des Magistrats vom 29. August 1793, der den Juden den Inhalt der Gubernialordnung vom 18. Juli 1793 kundgab, und endlich mit einer Abschrift des Intimats des Landesguberniums an den Prager Magistrat vom 18. Juli 1793. 25 In dem mir zugänglichen Archivmaterial habe ich aber die Antwort der Prager Juden vergebens gesucht. Es gelang mir nicht, in den Akten auch nur eine Erwähnung davon zu finden, daß die Prager Juden dem Gubernium irgendein Verzeichnis ihrer tatsächlich untauglichen, aber in den Konskriptionsbogen unter die Tauglichen eingetragenen Leute eingesendet hätten. Am Wahrscheinlichsten ist, daß die Juden, da sie wenig Belege für ihre Behauptungen hatten, dem Gubernium lieber nicht antworteten. 26 Der Kaiser wiederholte damit sein früheres Urteil über die Juden, das er noch als Kronprinz vorgebracht hatte. 27 Bei diesen Letztgenannten wurde die Befreiung von der Militärpflicht, so wie dies bei den Christen praktiziert wurde, bedingt festgesetzt. 28 Solche Bedenken äußerte z. B. der Rakonitzer Kreishauptmann in seiner Zuschrift an das Gubernium vom 13. Juni 1794. 29 Sieh die Relation des Berauner Kreishauptmanns an das Gubernium vom 6. Juli 1794. 30 Relation des Bydzower Kreishauptmanns vom 8. Juli 1794. 31 Arch. d. Min. d. Innern: CG. 1796-1805, Mil. 35/2. 32 Ich bringe hier um des Interesses willen, damit man sehe, wie die Evidenz der tauglichen Juden gehandhabt wurde, das Verzeichnis der abwesenden Stadt- Teplitzer Juden zum Abdruck: (Siehe S. 301). 33 Mit dem Inhalte dieses Patentes hat den Leser dieses Jahrbuches der Artikel von Dr. Simon Adler: „Das Judenpatent von 1797" (Jahrb. d. Ges. f. Gesch. d. Juden i. d. csl. Republik, V. Jahrg. 1933) bekanntgemacht. 34 Die späteren Verhandlungen über die jüdische Militärpflicht sind nicht minder interessant; ich hoffe, daß ich Gelegenheit haben werde, später darauf zurückzukommen. Hier kann ich nur auf einen weiteren Versuch der Juden um Bewilligung der Reluierung für die Militärpflicht, auf die Entwicklung der jüdischen Militärlasten zur Zeit der Napoleonischen Kriege und schließlich auf die sehr interessante Verhandlung über die Juden und deren Militärpflichten um d. J. 1818 aufmerksam machen, wo diese Frage u. a. auch vom ärztlichen Gesichtspunkte beurteilt wurde. 300