Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 193)
- Language
- German
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Erster Zeug, Sachar Fischer von S. Sebastianberg, Ihr Gn. H. Haubtmans alhier Diener, dieser hat nach gnugsamer Exequirung bey seinem guten Gewißen der Warheit zu Steyer ausgesagt, das damals a. 1643, alß Ihr G., H. Haubtman, inn der Charwochen aus Prag nach Commothau fahren wollen, sey er darbey gewesen, alß diese Juden seinem Herrn etliche Waahr mit Seiden vnd andern mitzunehmen gebethen, habe ers vbernommen vnd in einen leinenen Säkl einer Metzen groß das Besste auf hundert Rth. in die Carotta genommen, alß sie aber bey Straschnitz vberfallen, dem H. Haubtman S. G. die Pferd vnd alles weggenommen, sey nebens seinen deß H. Haubtmans vnd Ihr Gn. Kleidern der Juden Paketl sambt seinem Kleidern gwaltsamer Weiß vnder Lebensgefahr weggenommen worden, deß Schmay Gewürtz aber ist auf den andern Wagen blieben. 2. Daniel Hupauff vnd nebens ihm sein Weib haben nach Erinnerung ihrer Pflicht vnd guten Gewissens ausgesagt, das diese Juden damals a. 1645, als er inn deß H. Lorentz Mayers Hof inn der Langgaß gewohnt, ihme vier Paketl von vnterschiedlichen Waahren, als Seiden, Tuch, Leinwad etc. nebens etlich c. Alaun, in Verwahrung geben, haben sie nur etwaz wenig von Alaun widerbekommen, vom andern Waahren aber vnd Gezeug haben sie gesehen, das sein einlosirter H. Leutenamt solcher auf dem Tisch gehabt, dabey schön dunkel haarfarbs spannisch Tuch, Seiden vnd Knöpff gewesen, auch von Leitenambt gehört, dißs ist gut vor meinem Maior, meine Cammerräth vnnd Liebste darein zu kleiden. Jochten vnd Gallusfell sind auch inn der Stuben gelegen, davon er deß Sigmund Wolffen Soldaten spendirt hat, davon die Juden nichts widerbekommen. Sein Weib, so solche Baketl vbernommen, hat gerochen, das viel Saffran darbey gewesen vnd preussisch Leder, deß Schätzen rot Tuch ingleichen dabey gesehen worden. Das also der Leitenambt selbst gesagt, als er ein gantzes Fuder beladen, dabey sein deß Hupaufs Waahren um 500 Thaler Werth gewesen, er wolte es nicht vmb 1800 Thaler geben. 3. Matthes Wernner, hiesiger Burger vnd Innwohner, sagt bey seim guten Gewißen aus, daz ebendiese Zeit diese Juden etliche Schok Leinwad bey ihm inn Verwahrung gehabt, daran sie ein Schock Ein Haußschwebisch eingebüst, so ihnen die Soldaten wegpracticirt. Die andere hetten sie davongebracht vnd ander Ortt geschafft. 4. Susanna Galli Fahsels Ehwirttin sagt nach Erinnerung ihres guten Gewißens aus, das damals vor 2 Jahren diese Juden zu* ihr ins Trunckne Viertl kommen vnd zu 3mal auff einer Misttragen drey eingebundene Balln gebracht, darinnen Hausleinwad, Pfundleder, Jochten vnnd Gallnfell, so deß Götzen nebens außgehechelten Hannf gewesen. Solches ist alles von dem pfalzischen ihr einquartirten Reuttern genommen vnnd nebens dem Ihrigen entwendt worden. 190