Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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Lichtenstadt. Von zwei Fällen abgesehen werden durchwegs Angehörige derselben Familie genannt, und zwar in Darlehensgeschäften: Lazarus Aron wird als Gläubiger der Stadt und eines Komotauer Bürgers nicht weniger als fünfundzwanzigmal in den Korrespondenzbüchern von 1634—42 genannt. Einundzwanzig Schreiben sind an ihn und vier an andere Empfänger gerichtet; an die Aronin, die Frau (nicht Witwe) des Lazarus Aron, ist eine Zuschrift des Komotauer Rates von 1638 in der Angelegenheit der Forderung ihres Mannes gerichtet; die Erben Lazari Arons, auch als Lößerische Erben bezeichnet, kommen 1652—74 wegen der nach Lazarus Aron ererbten Forderung gegen die Stadtgemeinde Komotau öfters vor; Jacob Aron, vermutlich der Sohn des Lazarus Aron, wird hinsichtlich seiner Forderung an che Stadt in den Jahren 1671—73 viermal erwähnt; Isack wird 1664 als Gläubiger erwähnt; Jacob Weyß kommt 1675 als Gläubiger vor. Außerdem wird in einem Erbinventar von 1663 die Schuld an einen namentlich nicht genannten Juden von Lichtenstadt erwähnt. Prag. Wiederholte Versuche der Prager Judenältesten, eine Abänderung des Privilegs der Stadt Komotau betreffs Ausweisung der Juden von 1517 zu erwirken, sind an der ablehnenden Haltung der böhmischen Kammer gescheitert. Im Jahre 1685 erfolgt eine Zuschrift der Stadt Komotau an den Judenrichter der Prager Altstadt mit dem Ersuchen um Amtshilfe gegen einen Prager Juden. 1640 erlegen mehrere Juden von Prag bei dem Gericht in Komotau Pfänder wegen ihrer „versessenen" Kontribution. Folgende zwölf Prager Juden und Jüdinnen werden genannt: Abraham Eydlitz führt 1698 einen Prozeß zu Komotau und Prag mit einem sächsischen Fuhrmann; der Kleine Jackel ist einem Komotauer Bürger 1671 75 fl. für ein Pferd schuldig; Jacob Poppert wird 1685 als Judenrichter der Prager Altstadt genannt; Jacob Teplitzer (Toplitzer, Töplützer, Tepletzer), ein Roßhändler, wird 1691 zweimal erwähnt; Joachimb wird in der Zuschrift an den Judenrichter vom Jahre 1685 als Schuldner genannt; Mennel hat 1653 eine Forderung in Komotau; Nädel schuldet im Jahre 1647 einem Sebastiansberger vierzig Reichstaler; Philipp Nosek wird 1597 zweimal als Gläubiger erwähnt; Schmay vertritt 1653 die Forderung des Mennel; Schmaieß Weib schließt 1649 wegen einer Forderung einen Vertrag; Wagenmacher kommt 1671 als Gläubiger vor; Zochor hat 1689 eine Forderung in Komotau. 41