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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 4

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--2892-2647239
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Die Judensteuer in Böhmen in den Jahren 1527—1529. Von Dr. Vaclav Pesdk, deutsch von Dr. Anton Blaschka. Das in den letzten Jahren erfreulicherweise erstarkte Interesse für die finanzielle und wirtschaftliche Seite der Staatswirtschaft hat die Aufmerksamkeit auch auf die Probleme der Steuer (der Berna) gelenkt, welche die ausgiebigste staatliche Einnahmsquelle darstellte. Die besondere gesellschaftliche Stellung der Juden im 16. Jahrhunderte bedingte auch die Eigenart der jüdischen Steuerpflicht; die unkonsolidierten innerpolitischen Verhältnisse in den ersten drei Jahrzehnten trugen jedoch auch in dieses Gebiet eine Menge von Problemen und verursachten so der praktischen Politik für längere Zeit bedeutende Schwierigkeiten . Ein besseres Verständnis für die Siedlungs- und Wirtschaftsverhältnisse, unter denen die Juden zu Anfang des 16. Jahrhundertes lebten, wird das Verständnis für die wirtschaftliche und politische Bedeutung der besonderen Judensteuern und die sonstige, auf Rechnung der Steuern gehende Belastung der Juden in jener Zeit wesentlich erleichtern. Der wirtschaftliche Aufbau der Judengemeinden war freilich sehr verschieden. Die jüdischen Siedler auf dem Lande gingen allmählich zur handwerklichen Produktion über. Dies war jedoch einzig und allein durch unmittelbare Förderung oder doch zumindest stillschweigende Zustimmung der Obrigkeiten möglich und lieferte daher diese Handwerker völlig dem Schutze ihrer Grundherren aus. In den königlichen Städten und namentlich in Prag dagegen wurde die handwerksmäßige Produktion von den Zünften beherrscht,1 hier müssen wir daher in der Judenschaft ein ausschließlich handelstreibendes Element erblicken. Diese Unterschiede bedingten an und für sich bei beiden erwähnten Klassen der Juden ein verschiedengeartetes Steuerobjekt, daneben fiel bei den Steuern auch noch die ungleiche Behandlung in die Wagschale, die der Adel oder die Stadt als Obrigkeit der Juden in politischer Hinsicht übte. In den königlichen Städten, in welchen die Regierung — wenngleich nach zähem Kampfe — die Juden unmittelbar den königlichen Organen unterworfen hatte,2 wurde die jüdische Bevölkerung früher und in viel größerem Umfange zur Steuerleistung herangezogen. Die auf den Dörfern oder in untertänigen Städten der Adeligen (namentlich wohlhabender Vertreter des Herren- und Ritterstandes) ansässigen 1

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