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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 426

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 426)
Language
German
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IRI
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18. Brief des deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm** Ich habe das Mir unter dem 12. d. M. eingesandte Exemplar des unter dem Titel „Die Gesänge der Serben" von Ihnen herausgegebenen Werkes empfangen und nicht unterlassen wollen, Sie meines anerkennenden Dankes hierdurch zu versichern. Potsdam, den 25. April 1853. Friedrich Wilhelm. An den Herrn Dr. Siegfried Kapper in Prag, Geiststraße 929/I.54 19. Fünfzehn Briefe von Alfred Meißner** _ 2T. März 53. Mein teurer Freund! Als ich Dir das letztemal schrieb, stand ich in aller Unruhe, die so eine Aufführung immer mit sich bringt, mitten drin; jetzt liegt alles hinter mir. Es ist alles gut gegangen, besser vielleicht als ich erwarten konnte, und doch tut es mir fast leid, daß ich mit dem Ding so viel Zeit und Stimmung verloren habe. Es ist damit, eben weil es kein neues Werk war, kein Sieg zu erringen gewesen, und hinterher kommen, wie natürlich, die Rezensionen und behaupten, es sei besser gewesen in der ersten Form. Von besonderer Bösartigkeit ist die Bohemia und ihre Nachricht so ganz entstellend. Was haben Klutschak und Walter gegen mich!** Seit ein paar Stunden ists - durch ein Gespräch mit meinen Eltern - ganz wahrscheinlich geworden, daß ich herauskomme nach Leipzig und Weimar. Wo könnte ich mit Dir zusammenkommen? Daß ich, wenn alles gut geht, am 12. schon in Leipzig sein könnte, ist gewiß. Ich will zwei Tage in Dresden, zwei Tage in Leipzig, 1 Tag in Weimar, dann eine Woche vielleicht bei Hedrich57 bleiben. Was später geschieht, ist mir selbst völlig unbekannt. Wie ist es mit dem Roman?58 Wird er schon gedruckt? Du wirst Freude gehabt haben an dem wie ich höre, ungemein umfangreichen Artikel, den dieDebats den serbischen Gesängen gewidmet. Ich konnte ihn leider nicht selbst zu Gesicht bekommen. Seit einiger Zeit hält mich ein Gedanke wie gefangen: ich möchte - in die Türkei reisen! Dort entscheiden sich in dem nächsten Monat die größten Schicksale. Längst schon habe ich mich am liebsten geträumt ans Goldene Horn, nach Skutari, auf die Prinzeßinseln, jetzt, jetzt wäre es doppelt interessant dort zu sein. Was sagst Du dazu? Wenn du die Praxis in Franzensbad aufgeben willst59 und wir mit einander hinreisten? Ich brauche Dir nicht erst zu sagen, daß Du von der Reise ein treffliches und Dich berühmt machendes Buch mitbringen würdest. Ich wollte, Du hättest mir aus Dresden ein paar Stunden später geschrieben und mir dann erzählt, wie Du mit Gutzkow, Otto Ludwig etc. zusammengetroffen! Doch, ich hoffe, Du holst das nach. Apropos - wenn ich adressieren mußte: Kapper in Dresden, so war das nicht meine Schuld. Du schreibst „meine Adresse folgt unten", und unten folgt nichts! Was war zu tun? Seitdem Du fortbist, ist Prag mir noch fremder geworden, als es schon war. Ich bin allein. Seit gestern ist (Obernezer)60 hier, der morgen nach Leipzig abgeht, um - Gedichte anzubringen. Schreibe bald, lieber Freund, wenn mich Deine Zeilen noch in Prag treffen sollen, denn ich zweifle, daß ich länger als 8-9 Tage noch hier bleibe. Sorge dafür, daß wir irgendwo zusammentreffen! Noch will ich nicht glauben, daß wir Abschied genommen haben, um uns erst im Herbst wiederzusehen. Erwäge den Türkischen Vorschlag. Dein mit herzlichsten Grüßen! Meißner. Adresse: Herrn Siegfried Kapper in Dessau. In der Buchhandlung M. Katz abzugeben. 415

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