Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 424)
- Language
- German
- Belongs to
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den Titelbeisatz („nach serbischen Heldengesängen") in der Tat verleiten lassen, diese Dichtung als eine Übersetzung anzusehen und es hat dies ihrer Verbreitung gewiß sehr geschadet. Vielleicht findet sich in Ihrem Werke die erwünschte Gelegenheit, diesen Irrtum zu berichtigen. Das Gedicht ist ein durchaus originales und der Stoff steht dem deutschen Publikum gewiß nicht ferner als der Cid, der Ziska, der Don Juan d'Austria usw. Eine eingehende und gründliche Kritik daüber haben übrigens die Brockhaus'schen Bl. f. 1. Unt., wenn ich nicht irre, von Zeise,47 gebracht, und Sie haben vielleicht Gelegenheit, dieselbe im Jahrgang 1852 und 1853 aufzufinden. Indem ich nur noch die Bitte habe, mir seinerzeit gefälligst die letzte Korrektur der von mir aufgenommenen Gedichte zur Revision zukommen lassen zu wollen, hoffe ich, im Laufe des Sommers, da ich meinen Schwager Hartmann in Stuttgart zu besuchen gedenke, Ihnen auch meine persönliche Aufwartung machen zu können*« und zeichne mich hochachtungsvoll als Ihren ganz ergebenen Diener Dr. Siegfried Kapper. 15a. Brief an L. A. Frankl** Prag, 6. Juni 1872. Verehrter Freund! In sofortiger Erwiderung Ihrer schätzbaren Zeilen vom 4. d. M. säume ich nicht, hierbei anliegend, Ihnen die sämtlichen Gedichte einzusenden, die, auf diverse Papierstücke von meines verewigten Schwagers Moritz Hartmann eigener Hand geschrieben, in meinem Besitze sich befinden, indem ich zugleich bitte, dieselben der Frau Bertha Hartmann, deren natürliches und rechtliches Eigenthum dieselben sind, einhändigen zu wollen. Ob etwas und was von diesen Versen gedruckt ist, weiß ich in diesem Augenblicke nicht, da ich noch nicht dazu kam, das mir Vorliegende mit den gedruckten Schriften zusammenzuhalten. Es wird dies jedenfalls Aufgabe des Herausgebers sein müssen. Zu bemerken habe ich nur, daß ich, angegangen darum, dem Herrn Heinrich von Lobsdorf für die 2te Auflage seiner „Lieder der Heimat", in deren nächster Auflage Hartmann durch eine Anzahl allgemein bekannter und tausendmal gedruckter Sachen vertreten ist, ein Gedicht aus dem Nachlasse in Aussicht gestellt habe, selbstverständlich mit Zustimmung der diesfalls Verfügungsberechtigten. Es sind das die 5 Strophen „Du fragst, warum versenkt in Schweigen66. Sollte nicht in einigen Tagen Contra-ordre kommen, so werde ich die Zustimmung annehmen. Ich habe zu diesem Zwecke eine Abschrift erhalten. Was die Briefe betrifft, so bin ich eben daran, unter Verwandten und Freunden etwa Aufbewahrtes zu sammeln und zu ordnen, ebenso wie ich unter denselben biographische Daten aus früherer Zeit sammle. Alles dieses, soweit es nicht Privatissima betrifft, werde ich seinerzeit, wenn es erst gesichtet ist, gerne zur Verfügung stellen; insoweit es mir abgetreten wird, im Originale, sonst in Abschriften und Auszügen, da die meisten die Zurückstellung der wertvollen Handschrift sich ausbedingen. Indem ich Sie nun noch ersuche, Frau Hartmann von meiner und meiner Frau Seite den erneuerten Ausdruck unseres tiefsten verwandtschaftlichen beziehungsweise schwesterlichen Beileids auszusprechen, empfehle ich mich Ihrem andauernden Wohlwollen und zeichne achtungsvoll und ergebenst Dr. S. Kapperl 413