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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 350

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 350)
Language
German
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IRI
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ist der Ausdruck der traurigen Lage, in der sich die Juden vor dem Jahre 1848 befanden. Ben-oni würde sich schon mit allem abfinden, er würde auf ein Leben voll Freude und Annehmlichkeiten, wie es die anderen haben, verzichten, aber eines ist ihm unerträglich: die Verachtung. ... „Jen ze kalichu vypud' meho byti ach hofkou krüpej - opovrzenosti!" Es müsse, so glaubt der Sohn der Klage, schließlich doch eine Zeit kommen, wo die Fesseln der Hände und des Geistes fallen und die ganze Menschheit eine friedliche Gemeinde bilden wird. Dieser Optimismus schlägt aber gleich wieder in Pessimismus um. Es sei ausgeschlossen, daß diese Hoffnung nicht enttäuscht werde. Ben-oni wendet sich zum Schluß an die Juden, die er mit Saul vergleicht, der nach David, welcher nur Gutes für ihn getan, den Speer schleuderte. Die Juden wollen nicht auf diejenigen hören, die ihnen gut raten (eine Anspielung auf die tschechischjüdische Bewegung). Im Gedicht „V srpnu 1844" beklagt sich Kapper über das Mißtrauen, dem er bei seinen Bestrebungen auf tschechischer Seite begegnet. Er gab sich dem Vaterland mit Leib und Seele hin, sein Antlitz leuchtete, wenn er die Worte „vlast ma, cesky kraj!" sprach. Er liebte das Vaterland über alles, es war ihm Gott, Glaube, Hoffnung. Aber dieses stieß ihn zurück____„O zel! ty's (vlasti) krasny sen mu sama zakalila, ranivsi jej, kdyz obejmout te chtel." Mehrere Gedichte haben als Überschrift Namen jüdischer Feiertage: „Noc pasasskä", „Na deväty Ab" und „Na novy rok".77 Kapper nimmt diese zum Anlaß, um seinen Glaubensgenossen die Emanzipation und Vaterlandsliebe zu predigen. Das Gedicht „Na novy rok" zeichnet sich durch besonderes Pathos aus. Der Dichter wünscht sich die Stärke der Trompeten von Jericho, die Zauberkraft von Moses* Stab, dann würde er vor seine im Tempel versammelten Glaubensgenossen hintreten und ihnen zurufen: „Vyvrat'te hradby vsi ohrazenosti, pfedsudkü starych zdrt'te vetche bräny, tesna opust'te bydla sobetnosti, zatmenlivosti zbofte nocni stany! Svetlu je zotvirejte vsespasnemu, svetlu, jez z nader Päne k zemi kane, ve svetlu lasky k vlasti, k druhu svemu, at' novy rok väm pravy, velky vstane." Wieder eine andere Gruppe von Gedichten hat den Titel „Ve spolku Cechü!" Nur zwei davon verdienen ihn. In ihnen verleiht Kapper in überschwenglichen Worten seinem tschechischen Nationalgefühl Ausdruck . Das geschieht auch in dem in diese Gruppe nicht gehörenden Gedicht „V. B. Nebeskemu". Die Verse „Jen Necechem mne nejmenujte, syn jako vy jsem Ceske zeme! Jak srdce vase pro vlast tluce, tak moje vroucne plane ve mne! "oder in dem Gedicht an Nebesky „I mou je vlasti vlast vltavska draha! Jak tvuj i müj ji vezdy slavi zpev; ma kletba tkne jak tvä se vlasti vraha, radostne pro ni vyliju svou krev" sind nur 339

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