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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 346

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 346)
Language
German
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schaftliche Aufsätze über Böhmen. Zum poetischen Teil steuerten die Dichter vom „Roten Turm" sehr viel bei. Meißner und Bach, Heller und Hartmann sind in jedem Jahrgang vertreten. Auch Kapper lieferte nahezu für jeden Jahrgang einen Beitrag. Im ersten (1842) sind es vier „böhmische Lieder", im zweiten (1843) drei lyrische Gedichte, im dritten (1844) eine treffliche Übersetzung von Machas berühmtem lyrisch-epischem Gedicht „Mäj".57 In den Jahrgängen 1845, 1846 und 1849 befinden sich die Ghettosagen „Genenda", „Die versunkene Synagoge" und „Die Kohlen". Im Jahrgang 1850 veröffentlichte er unter dem Pseudonym „Dr. Rakonitzky"58 eine Lebensskizze von L. A. Frankl. Zwei Wiener von L. A. Frankl geleitete Blätter, nämlich „österleins österreichisches Morgenblatt" und die „Sonntagsblätter" öffneten ihre Spalten gerne für Themen aus der böhmischen Geschichte und Literatur; und auch da war Kapper ein eifriger Mitarbeiter. Die Veröffentlichung der „Nachklänge slavischer Volkslieder" in „Ost und West" in den Jahren 1841 und 1842 geschah gegen den Willen des Autors.59 Dieser fuhr in Wien in seiner Übersetzungstätigkeit fort. Er übertrug aus Mächa „Das künftige Vaterland" und die „Märinka" sowie einige Gedichte von Jablonsky. Seinem im Begleitschreiben geäußerten Wunsche60 kam Glaser nach, indem er unter dem Strich auf K. Sabinas Abhandlung über Jablonsky in „Ost und West" 1842, Nr. 29 hinwies. Im Herbst 1842, zu einer Zeit, wo Kapper durch mehrere Wochen ans Krankenbett gefesselt war und infolgedessen in Not geriet,61 erschienen Übersetzungen von Bruchstücken der Tragödie „Sobeslav" von Klicpera. Frankls „Sonntagsblätter" enthalten im Jahrgang 1842 das mährische Volkslied „Einsamer Gang", im Jahrgang 1843 das mährische Volkslied „Der Brunnengräber" und zwei illyrische Lieder „Liebe läßt sich nicht hehlen" und „Der Flüchtling in Czernagora". Mit den Übersetzungen gingen Kappers literarische Studien Hand in Hand. Als einer der ersten verfaßte er einen Aufsatz über den tschechischen Dichter Mächa („Karel Hynek Mächa und die neuböhmische Literatur" in Frankls „Sonntagsblättern" vom 21. April 1842) zu einer Zeit, da es in der tschechischen Öffentlichkeit noch ein Wagnis war, über Mächa zu schreiben, und wo sich Karl Sabina zu „Ost und West" flüchten mußte, um dort anonym über Mächa zu berichten.62 Kapper erfaßte Machas Genialität, er erkannte seine Sprachgewalt und bemerkte ganz richtig, daß niemand so wie er die Kraft gehabt hätte, der Literatur seiner Nation eine eigene Richtung zu geben und der Gründer einer Schule zu werden. Kapper schloß seinen Aufsatz mit der Aufforderung, eine Gesamtausgabe der Dichtungen von Mächa zu veranstalten, ein pium desiderium, das erst zwanzig Jahre später erfüllt wurde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Kapper, der zur Zeit von Machas Tod (1836) die letzte Klasse des Klein- 335

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