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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 159

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 159)
Language
German
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IRI
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werden würde, den Kaiser in dieser Angelegenheit weiter zu behelligen, dann würden sie sich schließlich in ihr Schicksal fügen und erkleckliche Mittel zusammenbringen. Der Magistrat sei erbötig, einen seiner tüchtigen und treuen Beamten zur Verfügung zu stellen, welcher die erforderlichen Ausgaben richtig verrechnen und darüber wachen würde, daß die Bauten ordentlich durchgeführt würden. Dieser von der Kommission vorgelegte Antrag war jedoch, wir wissen nicht aus welchem Grunde, undurchführbar. Vielleicht wollten oder konnten die Juden kein bares Geld zur Verfügung stellen, vielleicht fand sich auch niemand, der bereit war, gegen Verpfändung ihrer als infiziert geltenden Waren ein Darlehen zu geben. In einer Zuschrift der Prager Sanitätskommission an den Altstädter Magistrat vom 7. Mai wird das Bedauern darüber ausgesprochen, daß die kaiserliche Resolution vom 26. März12 noch immer nicht durchgeführt werden könne, „weil bishero kein verläßlicher Vorschlag geschehen, wie es zur vollständigen Richtigkeit zu bringen und woher die zur Aufrichtung der Wohnungen für bedachte Judenschaft benöthigten Mittel zu nehmen seyn möchten". Da jedoch der Kaiser, so heißt es in dieser Zuschrift weiter, einen neuen Vorschlag verlange und die Angelegenheit für die Prager Städte von besonderer Wichtigkeit sei, so erachte es die Sanitätskommission für notwendig, daß der Altstädter Magistrat mit dem Bürgermeister und Rat der Neustadt und der Kleinseite verhandeln und darüber beraten möge, wie und mit welchen Mitteln „dieses so heilsame Werk" zur endlichen Durchführimg gelangen und die Schwierigkeiten „welche meistenteils auf Verschaffung und Anticipirung der Baukosten beruhen, aus dem Wege geräumet werden könnten". Eine solche Verhandlung und Beratung der drei Prager Städte wird in dieser Zuschrift angeordnet mit dem Hinweis darauf, daß sich die Prager Bürgerschaft schon so oft „wegen Hemmung ihrer Nahrung und Gewerbes" wider die Juden beim Kaiser beschwert habe. Man dürfe daher die sich jetzt darbietende „so gute Gelegenheit", die sich nicht so bald wiederholen werde, zum Wohle und Nutzen der ganzen Stadt nicht ergebnislos vorüber gehen lassen. Die drei Stadträte mögen die Angelegenheit fleißig erwägen „und ein ausführliches Gutachten überreichen".13 Ob es zu solchen Beratungen und Vorschlägen der drei Prager Städte gekommen ist und ob die kaiserliche Kommission weitere Anträge unterbreitet hat, ist unbekannt. Jedenfalls konnte das Geld für den Baracken- und Häuserbau nach wie vor nicht aufgebracht werden, daher mußte der Plan der Verlegung des Prager Ghettos nach Lieben vorläufig aufgegeben und auf den ursprünglichen Vorschlag einer Reduktion der Zahl der Juden zurückgegriffen werden.14 154

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