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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 108

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 108)
Language
German
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8. Januar 1774 betreffend numerus clausus der jüdischen Chirurgen, Arch. Min. Inn. Prag 1774-1783, Publ. M 2/39, Kisch, Urk. Nr. 28 V. - Das zuerst erwähnte rund 500 Blatt zählende Aktenkonvolut über die Prager jüdischen Barbierer würde eine selbständige eingehende Bearbeitung verdienen, welche natürlich im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht möglich ist. 302 Vgl. auch die Statthaltereiverordnung an die medizinische Fakultät vom 18. Februar 1715, Arch. Min. Inn. Prag, Alte Manip. P 118/10; Kisch, Urk. Nr. 24. 303 Vgl. z. B. Univ. Arch. Prag, A 24, Bl. 32 vom Jahre 1718: „... das gewöhnliche scharfe Examen vor alhiesiger medizinischen Fakultät ausstehe, gleichwie es auf gnädigen Befehl Ihro Excell. und Gnaden der Königl. Herren Herren Statthalteren mit anderen jüdischen Ärzten und Chirurgis geschehen, worunter 17 Personen examiniert und von diesen numero nicht mehr als drei, die Chirurgiam zu praktizieren, halbtaugliche Subjecta gefunden, denen übrigen aber nichts mehr als das Bartscheren und Haarschneiden erlaubet worden". 304 in den Barbierer-Akten des Arch. Min. Inn. Prag, Alte Manip. P 118/10 befinden sich auf Bl. 340-363 die Zeugnisabschriften der privilegierten 12 Prager jüd. Barbierer: Nathan Friedländer vom 7. Oktober 1709, Moyses Chajim Weisel, Hirschel Jacob Porges, Enoch Pusch, Barel Joß, Pinkas Tausekh, Abraham Leon, Josel Boskowitz, sämtliche vom 20. Oktober 1716, Moyses Lavne vom 23. Oktober 1716, Löbl Herschel Weißeis vom 26. Oktober 1717, Josel Teller vom 23. Okt. 1716, Samuel Leon (Lion) vom 22. Okt. 1716. Beispielsweise ist ein solches Zeugnis bei Kisch, Urk. Nr. 26 wiedergegeben. 305 Um ein derartiges Zeugnis scheint es sich im Falle des Itzig aus Prag gehandelt zu haben, der sich 1782 in Lissa niedergelassen hat; über ihn Louis Lewin, Geschichte der Juden in Lissa, Pinne 1904, S. 155f. und JJLG. 9 (1912), S. 381. 306 Vgl. eine Beschwerde der christlichen Chirurgen in Prag bei der medizinischen Fakultät wegen Anmaßung der Chirurgeneigenschaft durch gewisse Juden im Jahre 1707, Univ. Arch. Prag, A. 30, Bl. 22a sub. 3, Kisch, Urk. Nr. 15. - Aus den medizinischen Sitzungsprotokollen ist zu ersehen, daß ein Kampf gegen Chirurgen, aber auch Apotheker geführt werden mußte, weil sie „nimium praxi medicae sese immiscerent", sich also allzugroße Übergiffe in die ärztlichen Kompetenzen erlaubt haben; vgl. Univ. Arch. Prag, A 30, Bl. 76 ff., 73 ff. (1713). 307 Arch. Min. Inn. Prag, Alte Manip. P118/5, Bl. 18-33. Die Stelle wurde 1735 einem gewissen Arnold Joseph Süßmuth verliehen. 308 Archiv der israel. Kultusgemeinde Prag, Alte Akten IL, Nr. 229, abgedruckt bei Kisch, Urk. Nr. 27. Vgl. Simon Adler, Das erste Gremium jüdischer Chirurgen in Prag vor 150 Jahren, Prager Zeitung „Selbstwehr" vom 14. September 1928, 22. Jahrg., Nr. 37, S. 7 f., daselbst die Eidesformel für einen jüdischen Wundarzt; ferner Wolf, Studien zur Jubelfeier, S. 85, Anm. *). Vorsitzender dieses Gremiums wurde 1777 Dr. Jonas Jeitteles, der seine Geschäfte durch 24 Jahre bis zur Auflösung und Einverleibung in das allgemeine Ärztegremium im Jahre 1801 geleitet hat; Ignaz Jeitteles, Jonas Jeitteles, S. 35 f. VIII. ZULASSUNG DER JUDEN ZUR PRAGER UNIVERSITÄT 309 in der Literatur ist diese Frage bisher vorwiegend bloß mit bald kürzeren, bald ausführlicheren Hinweisen auf das Toleranzpatent Kaiser Josefs II. und spätere Hofdekrete beantwortet worden. Vgl. Die deutsche Karl-Ferdinands-Universität in Prag unter der Regierung Kaiser Franz Josefs I., Prag 1899, S. 17 f.; Tomek, Geschichte der Prager Universität, S.341; G. Wolf, Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität, S. 87 und passim; am ausführlichsten zuletzt Ludwig Singer, Zur Geschichte der Toleranzpatente in den Sudetenländern, JGJC. 5 (1933), passim. 103

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