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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 423

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 423)
Language
German
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IRI
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20 kr. Die Kattunfabrik in Smichow beschäftigte damals 385 Personen und die Kattunfabrik in Prag 153 Personen, Kanzlei, Lager und Appretur 33 Personen, insgesamt also 5657 Personen. Die Kommerzialausgaben betrugen zur gleichen Zeit : an Zoll 16.880 fl. 50 kr., an sonstigem Zoll und Porto 19.480 fl. 44 kr., Gehälter und Löhne 230.274 fl. 15 kr., Material 186.419 fl. 35 kr., zusammen also 453.055 fl. 24 kr. Beigeschlossen war auch eine genaue Beschreibung der Smichower und Prager Manufaktur samt einem Verzeichnis aller Maschinen. - Die amtlichen Akten der böhmischen Statthalterei über die Enquete v. J. 1837 erliegen im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag, Praesidiale 1836-1840, fasc. 1/87. Die Gutachten der befragten Stellen erliegen daselbst, Praesid. 1846-1849, fasc. 7/8. 4 Am 4. Jän. 1838 wandte sich Frh. Rotschild an Chotek mit einem Privatbrief, in welchem er um die vorläufige Information ersuchte, ob ein eventuelles Gesuch um Bewilligung zur Teilnahme an der Staatsgüterlizitation in Böhmen Aussicht auf Erfolg hätte. Er und seine Brüder trachteten schon lange nach der Berechtigung, Liegenschaften in den kaiserlichen Ländern zu erwerben. Die Familie sei zahlreich, verfüge über hinreichende Mittel, es fehle ihr nur noch diese Berechtigung. Familienangehörige in andern Ländern besäßen schon wertvolle Realitäten, nur in Österreich erhöben sich gesetzliche Hindernisse, von denen nur der Kaiser dispensieren könne. Die Rotschilds seien schon über 200 Jahre in Verbindung mit dem Kaiserhause, sie hätten schon viele wichtige Kreditoperationen vollzogen, dem Staate im In- und Auslande große finanzielle Dienste erwiesen und sich große Verdienste um die Industrie erworben. Sie hätten also wohl Anspruch auf eine kaiserliche Gnade. Er habe sich darum an den Minister Kolowrat mit der Anfrage gewandt, ob er eine günstige Erledigung seines Majestätsgesuches erwarten könne, wenn er sich als Käufer an der Staatsgüterlizitation in Böhmen beteiligen wolle. Kolowrat habe ihm zwar seine Unterstützung zugesagt, jedoch Bedenken geäußert, ob dieses Gesuch nicht in Böhmen auf Schwierigkeiten stoßen würde, die mit der Landesverfassung und dem Krönungseid zusammenhingen. Er habe darum Rotschild geraten, in dieser Sache zuerst vertraulich bei Chotek anzufragen, der am besten die Verfassung und die Personen kenne und ihm mitteilen werde, ob sich die Hindernisse irgendwie beseitigen ließen. Rotschild machte sich erbötig, selbstverständlich alle Patronatspflichten zu übernehmen, für die er einen eigenen Fonds anlegen wolle, und auch in der Jurisdiktion sei er entschlossen, sich alle nötigen Beschränkungen aufzuerlegen, wiewohl er sich zu ihrer Ausübung für ebenso fähig halte wie irgendein Grundbesitzer. Mit der Bitte an Chotek, ihm Gelegenheit zu bieten, sich dankbar zu erweisen, bemerkte Rotschild am Schlüsse seines Briefes, er würde auch einen negativen Bescheid dankbar begrüßen, da er ihn in den Stand setzen würde, einer Fehlbitte auszuweichen, die ihm sehr nahegehen würde (Orig. des Rotschildschen Briefes in Praesidiale 1836—40, sign. 1/87). 428 116

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