Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 414)
- Language
- German
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II. DIE VERHANDLUNGEN ÜBER DIE ERWEITERUNG DfER PRAGER JUDENSTADT IN DER ERSTEN HÄLFTE DES NEUNZEHNTEN JAHRHUNDERTS 1 Vgl. Dr. V. Vojtisek: O rozsifeni 2idovskeho mesta prazskeho r. 1622-1623 (=Über die Erweiterung der Prager Judenstadt i. J. 1622/3; Kalendaf ceskozidovsk^ 1915-1916, S. 32-40) und Stare plany 2idovskeho mesta (= Alte Pläne der Judenstadt; ebenda 1911-1912, S. 28-32). Zur Entwicklung des Ghettos in älterer Zeit vgl. auch Dr. Jar. ProkeS: Der Antisemitismus der Behörden und das Prager Ghetto in nachweißenbergischer Zeit (deutsch von Dr. Anton Blaschka, hist. Jahrb., I). Über die Ghettopläne v. J. 1690 beabsichtigt Dr. Jar. Prokes gesondert zu handeln. In der vorliegenden Arbeit interessiert uns nur das Ghetto seit dem Beginn des 19. Jhdt.; die vorherige Entwicklung blieb daher außer Betracht. 2 Die vorliegende Studie ist auf Grund der amtlichen Akten des Prager Guberniums und nach den Prager Magistratsakten gearbeitet; sie erliegen im Archiv des Innenministeriums zu Prag, bzw. im Archiv der Stadt Prag (letzteres im folgenden durch AMP angedeutet). Zur Aktion v. J. 1790 vgl. Publ. 1786-1795, Fase. 120/48. In der Judenstadt gab es i. J. 1790 38 leere Wohnungen; der Jahreszins für einen Raum betrug 13-30 fl. 8 Gubernialkundmachung v. 16. Juni 1796, Camerale 1826-1835, Fase. 13/1. 4 Camerale 1806-1815, Fase. 13/3. Hier erliegen auch die Akten zu den weiteren Verhandlungen bis z. J. 1815. 5 Das Verzeichnis der Häuser Nr. 1-274 der Judenstadt v. J. 1805 erliegt im Camerale 1806-1815, Fase. 13/3. Es enthält die Rubriken: Konskriptionsnummer, Gasse, Anzahl der Stockwerke („Gaden"), Anzahl der Teilhäuser, Namen des Teilbesitzers, Zahl der heizbaren und unbeheizbaren Zimmer, Kammern, Keller, Küchen und Mansarden („Lauberhütten"). Die Formulare des Verzeichnisses hatte die Stadthauptmannschaft konzipiert und beigestellt; eine Rubrik für die Bevölkerungszahl war nicht vorhanden. An öffentlichen und bedeutenderen Gebäuden sind aus der damaligen Zeit zu nennen: das Rathaus (NC. 250), die Alte Schule (NC. 142), die Hohe Schule (NC. 101), die Neue Schule (NC. 113), die Meisl-Schule (NC. 84), die Pinkas-Schule (NC. 24), die Großhofschule (NC. 200, 201), die;Zigeunerschule (NC. 178, 181, 272), das Waisenhaus (NC. 50), die Kinderschule (NC. 230), die jüdische Normalschule (NC. 208), das Spital (NC. 245), das Krankenhaus (NC. 233, 248), das Gefängnis (NC. 248), das neue Schlachthaus (NC. 278), Gemeindehaus mit der Judenschule und dem Gemeindebad (NC. 208), das Steueramt (NC. 121), die jüdische Gemeindekasse (NC. 152), Gemeindehaus (Totenkammer, NC. 274), Begräbnisbruderschaft (NC. 243), Stiftungshäuser: das Egerische (NC. 117), das Elbognische (NC. 222), das Plantische (NC. 239), das Lichtenstadtische, das damals als Wirtshaus für fremde Juden verpachtet war (NC. 152). - Vgl. auch den beigeschlossenen Plan. - Nach dem Magistratsbericht vom 3. II. 1802 (AMP) gab es damals in Prag 1969 Judenfamilien, davon wohnten 1789 in der Judenstadt und 180 in der Christenstadt. Samt Kindern und Gesinde waren es 8289 Personen, davon 7368 in der Judenstadt, 921 in der Christenstadt. Nur 42 Judenfamilien (147 Personen) waren fremd. 6 Der Bezirk „unter der Schnur" umfaßte folgende Häuser: am Niklasplatz NC. 25-26, in der Karpfengasse NC. 29-40, 42-55, in der Ziegengasse NC. 859, in der Gasse beim Stockhaus NC 860, 909-913, in der Kreuzgasse NC. 861, 862-865, 866, 867, 888, in der Eierklargasse NC. 862-865, am Johannesplatz NC. 882, 883, 886, in der Schießlingsgasse NC. 889, 891-893, am Geistplatz NC. 890, 895-899, in der Schwarzen Gasse NC. 900-903, in der Geistgasse NC. 904, 906-908.- Vgl. den beigeschlossenen Plan. 7 Die Supplik vom 15. Dez. 1805 mit 89 Unterschriften und die übrigen Akten in Camerale 1806-1815, Fasz. 13/3. Die Supplik der 30 christlichen Hausbesitzer 107 419