Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 304)
- Language
- German
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(s. u.) nahezu die Hälfte des versteuerbaren Vermögens aus. Der Wert des nicht steuerbaren Vermögens entspricht beiläufig dem Bevölkerungsverhältnis. In dem Pachtvertrage wurde den Pächtern (Fünftens) das Recht gegeben, die bisherige Zahl der Judenfamilien (8541) auf 8600 zu erhöhen. Die wirkliche Zahl der jüdischen Familien betrug 1790 9277 und wurde bis 1793 auf 9043 herabgedrückt, trotzdem die Zahl der Menschen im gleichen Zeiträume von 45.893 auf 46.486 stieg. In Prag sank die Familienzahl von 1775 auf 1717. (Skizze einer statistischen Landeskunde Böhmens. Leipzig und Prag, bey Kaspar Widtmann, Buchhändler 1795. - Einige Beylagen zum 3. Heftchen. Haupt-Ausweis über den ganzen Populazionsstand im Königreich Böhmen mit den egerschen und Ascher Bezirken für das Jahr 1790. - 1791. - 1792. - 1793. - Der Verfasser, der mehrerwähnte J. A. v. Riegger, ist nicht genannt.) los Vollständige Beschreibung der königl. Haupt- und Residenzstadt Prag von den ältesten bis auf jetzige Zeiten. Besonders für Fremde und Reisende bearbeitet. Nebst einem Anhange von 24 Kupfern und einem Plane. Prag und Wien in der von Schönfeldschen Buchhandlung 1787. (Sammlung Portheim 4422.) Auf S. 233 ist von den Reformen Josefs und ihren moralischen Zielen die Rede. „Dem ohngeachtet bleibt doch die Wuchersucht den Juden noch immer eigen, eine Menge der angesehensten Häuser in Prag schmachtet unter der Schuldenlast ... welche noch immer mehr anwachst und zuletzt das völlige Verderben des Vermögens nach sich zieht. Es ist zu erstaunen und fast unglaublich, was für eine Summe die jüdischen landttäflich und stadtbürgerlich vorgemerkten Forderungen betragen. Man kann daraus auf den gänzlichen Verfall des allgemeinen Kreditsystems schließen, da die Abtragung der Zinsen die ordentlichen Beträge zu überschreiten scheint- II 106 bis 213 bringt eine sehr interessante Darstellung der Künste, der Gewerbe und des Handels. 104 Beobachtungen in und über Prag, von einem reisenden Ausländer I. und II. Bändchen Prag bis Wolfgang Gerle 1787. (Sammlung Portheim 4419.) Auch hier kehrt der Gedanke der Leihbank wieder. Der Verfasser findet (S. 103 ff.) eine der Ursachen der Fortdauer des Wuchers der Juden in dem zu niedrigen gesetzlichen Zinsfuß (4%). Der Kapitalist gebe also sein Geld zu 6% dem reichen Juden, der dann unter allerhand Praktiken weiter verleihe. II. S. 115: „So viel ist gewiß, je mehr die Juden hier mit Christen umgehen, je mehr sie an Aufklärung gewinnen, desto mehr nimmt ihre Neigung zur Übervortheilung des Christen im Handel ab. Sie wissen sehr gut, daß wir unter einander oft ebenso hart verfahren als sie gegen uns und dies bringt in der That bei einigen von ihnen eine innere Empörung hervor, die sie bessert." Auch sonst enthält das Buch viele interessante Bemerkungen, so über die Klage der Juden über die übermäßigen Lasten, die ihnen auferlegt sind, II 117/18, über die Schäden, die der Geldhandel der Juden verursache, indem sie die Gelder auswärts anlegen, und vieles dgl., das alles nachgeprüft werden müßte. 105 In dem Anm. 88 erwähnten Ref. Rieggers von 1786. -106 St. Arch. St. R. 1037/1786. Vortrag der ver. b. ö. Hofk. v. 2. März 1786. Über die Beschwerden der Juden Gemeinde von Brody usw. 107 Arch. d. Min. I. Copia. 58 v. Jahre 1786 Stud. Abth. Tyrol. An gesamte Länderstellen mit Ausnahme Galizien, Wien, den 15. April 1786 und Tyrol. 115 vom Jahre 1786 Studien Abth. An sämtliche Länderstellen Wien den 8. August 1786. MÄHREN 108 Der Index Mähren 1781 d. V. b. ö. Kanzlei ist im Brande v. 15. Juli 1927 zu Grunde gegangen, ebenso bis auf ganz jämmerliche Reste alle Akten. Die böhmischen Indices setzen erst im J. 1786 ein. 109 Bei Willibald Müller: Urkundliche Beiträge zur Geschichte der mährischen Judenschaft im 17. und 18. Jhdt. Olmütz 1903. S. 19ff. -110 Die General-Polizei- Prozeß- und Kommerzialordnung abgedruckt (T. I.) bei Müller a. a. O., S. 86ff. 79 309