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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 149

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 149)
Language
German
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IRI
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die erwähnte Verpachtung von rechtswegen verboten. Sollte er sieh aber unterstehen, gegen dieses Verbot etwas zu unternehmen, so beantragten die Gemeindeältesten ihn der höheren Instanz anzuzeigen.26 Der Ratsherr aber leistete keine Folge-und der Jude war bei ihm noch im J. 1749 eingemietet. Damals wandten sich die Jitschiner Juden auch neuen Handelszweigen zu. Im Jahre 1749 pachtete Joachim Friedländer den Tabak- Handel", i. J. 1753 der Jude Markus das Branntweinverkaufsrecht und hatte diesen Pacht bis 1795 inne. Bis zum Jahre 1772 konnte er davon anständig leben, dann aber ersuchte er wegen schlechten Branntweinabsatzes um einen Zinsnachlaß und erzielte eine Herabsetzung auf 180 fl. Seitdem erscheinen die Juden öfter als Branntwein- oder Tabakpächter. Dabei ruhten die lange Regierungszeit Maria Theresias hindurch die Angriffe der Stadt gegen die Juden keineswegs. Der Gemeinde blieb auch die geringste Veränderung bei der Judenschaft nicht verborgen; das beweist das folgende Vorkommnis. Am 28. Mai 1773 rief in der Gemeindesitzung die Mitteilung des Bürgermeisters keine geringe Erregung hervor, daß die Juden auf ihrer Schule (Synagoge) einen Stern von nicht dagewesener Größe aufgestellt hätten. Nach langem Hin und Her wurden zwei Gemeindeälteste zum Herrn Dechant geschickt, um festzustellen, ob den Juden vom Königgrätzer Konsistorium eine Bewilligung erteilt worden sei, den Stern auf der Schule anzubringen. Als dann die Gemeindeältesten mit dem Bescheide zurückkamen, den Juden sei bloß gestattet worden, ihre Schule in derselben Weise aufzurichten wie sie vordem gestanden, da trug die Gemeinde den Juden durch die Richter auf, noch vor Sonnenuntergang desselben Tages den Stern zu entfernen, widrigenfalls er mit Gewalt beseitigt würde. Die Juden gehorchten und nahmen noch am gleichen Tage den Stern ab. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir zum erstenmale etwas über die Judenschule in Jitschin, in den Vorjahren wird sie nicht erwähnt. Sie war die Vorläuferin der späteren jüdisch-deutschen Schule, die seit 1875 in dem Hause Nr. 100 in der Judengasse untergebracht war.26 Quellen zur Geschichte der Juden in Jitschin unter der Regierimg Kaiser Josefs II. sind im Jitschiner Archiv überhaupt nicht vorhanden. Die wichtigste Quelle für diese Zeit werden jedenfalls die gleichzeitigen Amtsakten des ehemaligen Bidschower Kreisamtes in Jitschin darstellen, die nunmehr im Archiv des Innenministeriums in Prag erliegen.27 Erwähnenswert ist noch, daß seit dem josefinischen Kataster die Judenhäuser nach einer allgemeingültigen Verordnimg zum Unterschiede von den Christenhäusern mit römischen Ziffern von I bis XI numeriert waren. Diese Numerierung dauerte bis zur Neuanlage der Grundbücher, dann wurden die römischen Ziffern durch arabische ersetzt. 152 16

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