Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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BEILAGE I (Zu Seite 22) Bittgesuch des Prager jüdischen Augenarztes Salomon an den Obersten Kanzler von Böhmen Joachim v. Neuhaus (1559) Hochgeborener gnadiger Her E. G. Haben ansondern Zweifel in guetter Gedechtnus was massen uns armen Betruebten und verlassenen leutten den Juden von Rö. Khay. May. unseren allergnedigsten Herren auff verschinen S. Georgitag von Prag weg Zu ziehen ernstlich aufferlegt ist worden, so habe ich mich Höchst gedachter Rö. Khay. May. bevehl nach aller Untertenigst und gehorsambst verhalten. Sein gleichwohl Bey 60 Juden in d. Statt Bliben die unsere schulden einnemen sollen Beiiben, hat mir nicht wollen gelingen daß ich auch in ir Zal genomen Hett mögen werden wiwol ich Herren Schenfeld offt und vill überloffen und umb Gottes willen gebetten, das ich auch da mocht bleiben, Hab ich armer betruebtter mensch dennoch fort mießen. Dartzu hatt auch d. Herr Probst und Priesterschafft auff den Ratschin (Hradschin) für mich gebetten Ir F. D. (Ihre Fürstliche Durchlaucht?) aber die antwort geben wen sy ehr (eher) gebetten Hetten so hetts sein megen Jetzt aber ists lang geharret. Langt derhalben an E. G. als meinen gnedigen Herren und Höchste Zuflucht mein undtenigste Bitt umb Gottes willen den Gott weis daß ich khein weittere Hüffe in dieser Welt Zu suchen weiß als bey E. G. Demnach E. G. auch wol weiß daß ich gesinnet* (?) gewesen wucher oder Khauffmanschaft Zutreiben sond. mich mitt meiner Khunst so mir Gott der Herr verlihen hatt Jederzeitt genert, Verner so Hatt E. G. auch vor ettlicher Zeitt von Kö. Khay. May. ein Begnadung vor allen anderen Juden erlangt, ds ich mein Kunst mag üben und die Leutt zu Prag und anderswo Heilen und mich heuslich nidersetzen. E. G. wollen mich armen noch nit verlassen und mir. . .** helfen wo es under E. G. nit sein khundt doch etwa under einen anderen Herrn nit weit von E. G. mich sambt meinen weib und meines Weibs khleinen Khindem nider Zulassen. Wollt gleich so Lang mir Gott das Leben verleicht wie vor mich mit meiner kunst mit der ich den noch vielen nutz mag sein hertiglich (?) nehren. Solches will ich Unwirdig diener umb E. G. die tag meines Lebens verschulden. Thue mich Hirmit E. G. als meinen eussersten trost und Patron in seinem Schutz undthenigst befelchen und bin von E. G. einen gnedigsten Bescheidts gewartendt E. G. Undtenigster gehorsamster diener Salomon Jud Augenartzt. BEILAGE Ii (Zu Seite 24) Bittgesuch der Prager Jüdin Peprle an Wilhelm Grafen Slawata (1641) und dessen Antwort Vysoce Vrozene" Swate" ftimsk£ fifSe Hrab£ a Pane Pane Müostiv^. K milostiv6 Pameti Pfiwozuji, kdyz jest W. H. Excell. po smrti J. M. Pana P. Joachyma Slawaty, Spolü Z dobr£ a Wzacn6 Pameti Jeho milosti Panem P. Pawlem Michnau Sv. ftünsk6 Öise Hrab&tem Z Wacinowa Za Commisäre narizeny b^ti ra&ly ze jsou W. H. Excell. Jejf milosti Vrozen6 Pani Pani Annie Zuzanie Slawatov£ rozen6 Z. Raupowa*** jakozto Pani Wdowe o tom laskav£ Poraucet * Soll wahrscheinlich heißen: nicht gesinnet. - ** Ein unleserliches Wort. - *** Raupowa falsch statt Rapachowa. 53 61