Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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ob der Graf mit ihm in Verhandlung wegen des Kaufes eintreten wolle oder nicht. Er übermittle beigeschlossen eine genaue Beschreibung von Kbell, dessen Verkaufspreis in der Weise bestimmt werden solle, daß ein Verzeichnis der „Reittung" der letzten zehn Jahre vorgelegt wird und der zehnjährige Durchschnitt des Ertrages als Grundlage für die Preisbestimmung dienen soll. Er bitte um baldige Antwort, „denn sie sagen, es hätte sich noch ein Käufer gemeldet". 28. Karpel Leibi an die Gräfin Anna Maria Czernin (1686) Die Gräfin Anna Marie, die Witwe des 1682 verstorbenen Grafen Humprecht Johann, hatte bei dem Prager jüdischen Schnürmacher Katz Schnüre für einige Livreen bestellt und ihm 10 fl. als Vorschuß ausgezahlt. Katz starb jedoch bald darauf kinderlos. Unter den Erben des Verstorbenen befand sich auch der Prager Jude Karpel, der am 8. Juni 1686 der Gräfin mitteilt, daß der Schnürmacher Katz gestorben sei und dessen Verlassenschaft ehestens unter die Erben verteilt werden solle; da jedoch bei einer solchen Verteilung oft „einige Confusion vorzugehen pfleget", möge die Gräfin an die Prager Judenältesten „einen Befehl" ergehen lassen, daß ihr die 10 fl. zurückgezahlt oder die bereits angefertigten Livreeschnüre von der Verlassenschaft „extradiert werden möchten". 29. Godl Israel Zappert an den Grafen Herrmann Jakob Czernin (1686) In einem Briefe vom 13. September schreibt er: der Graf werde sich wohl erinnern, daß er während seines Aufenthaltes in Prag ihm den Auftrag gegeben habe, ihm zu melden, falls eine Herrschaft in Österreich in der Nähe von Wien zu kaufen wäre, da er eine solche zu kaufen beabsichtige. Er wisse jetzt von einer solchen Herrschaft. Falls der Graf inzwischen seine Absicht nicht geändert habe, werde er ihm die „Taxa" einsenden. Ferner schreibt er: Des Grafen Verwalter Prochazka habe ihm geschrieben, daß der Graf ein Darlehen von 30.000 fl. benötige. Sollte dies noch der Fall sein, so möge er es ihm mitteilen, er werde ihm nicht nur diesen Betrag, sondern auch 50.000 oder 100.000 fl. zu besorgen wissen. In einem zweiten Briefe vom 23. September bestätigt er dem Grafen den Empfang seines Schreibens. Er stehe ihm betreffend des Darlehens von 100.000 fl. zu Diensten, doch nur auf sechs Prozent Zinsen, „denn in dem ganzen Königreich Böheimb ist nicht ein einziger Cavalier, der 48 40