Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 5 (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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seindt allbereits schon Modell gemacht, probirt Und Just befunden worden." In der Beilage A mit der Überschrift: „Anschlag der Mittlen" wird angegeben, wo und mit welchen Hilfsmitteln diese Werke errichtet werden können. Die Beilage C enthält: 1. die genaue Beschreibung einer Feuerspritze (Schlangen-Spritzen) in ihren Bestandteilen und in ihrer Zusammensetzung; 2. Anleitung zur Bedienung und Konservierung derselben, wozu drei Zeichnungen als Illustrationen dienen. Diese Beilage ist, wie bereits oben bemerkt wurde, apokryph, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Die von den Beilagen A und B abweichende Schrift und der Stil dieser Beilage weisen auf das Ende des achtzehnten Jahrhunderts hin. 2. Die erste Illustration, welche eine ziemlich moderne Handkraftspritze mit zwei Druckstangen für die pumpende Mannschaft darstellt (fast in derselben Konstruktion wie die Handkraftspritzen, welche noch im vorigen Jahrhundert von den Feuerwehren kleinerer Orte verwendet wurden), setzt einen Fortschritt der Technik voraus, wie er im siebzehnten Jahrhunderte kaum denkbar ist. 3. In der Beilage A ist als sechste Verwendung „des Instrumentes" von einer Wasserspritze die Rede, welche durch „24 röhren Und mehr" das Wasser in die Höhe spritzt, während die Schlangenspritze in der Beilage C nur einen „Wasserschlauch" hat. 4. Die Feuerspritze in der Beilage C wird als „Schlangenspritzen" zu wiederholten Male mit dem Worte „Machine" bezeichnet, während in der Beilage A nur von einer Wasserspritze die Rede ist und das Wort „Machine" überhaupt nicht vorkommt. 5. Es wäre unerklärlich, weshalb Mirowitz nur die „Wasserspritze" genau und ins Detail beschreibt, während er sich über die Konstruktion der anderen neuen Anwendungsarten „des Werkes" ausschweigt . Aus all dem ist ersichtlich, daß die Beilage C nichts anderes ist, als eine wahrscheinlich aus dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts stammende Anleitung zum Gebrauche und zur Konservierung einer damals für das Neuhauser Schloß angeschafften Feuerspritze, die in späterer Zeit von irgend einem Neuhauser Archivar, der in derselben die in Verlust geratene Beilage C gefunden zu haben glaubte, in unseren Akt eingelegt worden ist. Über den realen Wert dieser „neuen Erfindungen" ein Urteil zu fällen, ist auch für den Fachmann nicht leicht, da es Mirowitz vielleicht mit Absicht unterlassen hat, die Konstruktion des „Werkes" zu beschreiben, um nicht das Geheimnis vorzeitig preiszugeben. Doch auch dem Laien ist es klar, daß diesen „Erfindungen" mehr Phantasie als technische Realität zugrunde liegt. Es ist wohl anzunehmen, daß Mirowitz in seiner Unwissenheit in technischen Dingen an den realen Wert der Erfindungen, 44 36