Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 507)
- Language
- German
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diese hat der Sohn des Isaak Bauer angesucht und wurde abgewiesen, weil es ihm am vorschriftsmäßigen Vermögen und an einem glaubwürdigen Schulzeugnis mangelt. Neben ihm haben in Ermangelung von eingeborenen und tauglichen Familienwerbern fremde mährisch« Juden competiert und diese Familien zur größten Zufriedenheit und zum größten Nutzen der Judengemeinde erhalten. Nur wollen die Beschwerdeführer dies nicht einsehen und die Familienstelle für ihren ungeeigneten Burschen der Familie erhalten. Besonderen Nutzen brachten der Gemeinde die neu geworbenen Famiiianten David Schostal und Johann Bondy. Die sämtlichen Eisgruber Gemeindefamiiianten besitzen pro anno 1805, durch beeidete Schätzmeister aus der Gemeinde selbst aufgenommenen Vermögensschätzung, in allem und jedem etwas über 15. Tausend Gulden Vermögen, wovon sie jährlich zur Bestreitung der Landesfürstlichen und Obrigkeitlichen Abgaben und der übrigen Gemeindelasten jährlich 600 fl. beitragen und jeder nach dem Calcül seines Vermögensbesitzes bezahlen müssen. Gewiß eine beträchtliche Zahlung, wenn man nach dem Calcül des besitzenden Vermögens und nicht nach dem hievon entfallenden Einkünften entrichten muß. Nun haben die 2 Famiiianten Schostal und Bondy allein in die Gemeinde mehr zugebracht, als alle übrigen Gemeindefamiiianten besitzen: sie zahlen nun die Hälfte des jährlichen Bedürfnisses von 600 fl und die übrigen 25 Famiiianten haben jetzt nur zusammen 300 fl zu bezahlen. Die beiden Famiiianten haben die Familie rechtlich und ohne jede weitere Verbindlichkeit erhalten. Trotzdem haben sie jeder 400 fl, zusammen 800 fl bar, der Gemeinde geschenkt. Dies ist der Gemeinde sehr von Nutzen, da sie alljährlich, anstatt eines bleibenden Gemeindevermögens, immer ein Defizit ausweisen und daß sie schon ganz unvermögend waren, so daß das von Jahr zu Jahr sehr ruinöser gewordene Bethaus, die schon fast ganz eingefallene Friedhofmauer und das immer elender gewordene Gemeindehaus nur so viel reparieren ließ damit es ihnen nicht übern Kopf zusammenfällt. Euer Durchlaucht gehorsamster und ergebener Diener: Eisgrub, am 29. Mai 1805. Josef Schultschick, Amtmann in Eisgrub. 30. Mai 1805. Beschwerde des Eisgruber Juden Isaak Bauer ab- und an das k. k. Kreisamt gewiesen. Falls eine weitere Beschwerde als unbegründet befunden wird, hat er seine Bestrafung zu gewärtigen. 498 2