Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 471)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2644300-2644307--1930-2646274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kommt heraus, daß es dieser Sekt ist, so vor vielen Jahren auch gewesen. Herr Graf Stefan Kinsky, welcher Oberstlandkämmerer im Lande Böhmen gewesen, ist zum Reichsfürsten gemacht worden und kommt bald her; dagegen soll Graf Chotek anstatt seiner Oberstkämmerer in Böhmen werden und sehr bald nach Prag gehen, seinen Eid ablegen und der junge Marquis de Frie soll Gesandter in Bayern werden. Beschreibung von Studententumult, so Donnerstag 19. Jänner 1747 in Wien gewesen, auch was in Böhmen entdeckt worden von einer Sekte „Jerusenisten". 76 Haag, Dienstag, d. 22. Siwan 507. (Haag, 1747, Mai 31.) Friede meinem geliebten Mechutan, meinem Freunde, dem Fürsten und Haupte, dem angesehenen, scharfsinnigen und vielwissenden, dem gottesfürchtigen R. Wolf, d. G. 1. Ich wurde mit seinem Werten v. 10. dss. beehrt, woraus umständlich seine werte Ansicht ersehe, die dahinstrebt, Gutes zu tun und Mittel und Intervention zu finden für die Kinder unseres Volkes, s. 1., um wiederum Vorschreiben zu erlangen von unserem Herrn, dem Prinz Statthalter, s. E. w. e., an die Königin, i. E. w. e. Gewiß obliegt es jedem Juden, wenn es es kann, einige Verleichterung oder kleine Hilfe zu dem betrübten Verhängnis zu kontribuiren, zu helfen, soweit seine Hand reicht. Weigert er sich, so gilt von ihm der Satz,163 ihre Schuld kommt über sie selbst. Allein es ist genugsam weltkundig, was wir unseres Orts bereits vor einigen Jahren Bewegung gemacht haben, daß auch bis fünfmal in dieser Sache die allernachdrücklichste Vorschreiben von unseren Herren Staaten an die Königin, i. E. w. e., ergangen sind, ebenso auch vom König von England, s. E. w. e., zweimal, ohne andere hohe Potentaten zu erwähnen. Wenn man nun ikonisideriren will, daß alle solche Fürbitten infruktiös abgelaufen sind, konträr mit meinen Augen habe ich die Briefe vom Herrn Gesandten Burmania gesehen und gelesen, daß alles nur mehr Verbitterung erweckt und daß ihre vermeintliche Hilfe ihr Verderben ist. Gebe also m. k. t. in Bedenken, erstens, ob es ratsam unseren gloriosen Prinz, s. E. w. e., in seinen jetzigen überhäuften wichtigen Geschäften mit dergleichen Bitten zu trubliren isich zu dürfen erkühnen und umsomehr als es sehr zweifelhaft ist, ob in unserem Begehr bei ihm reussiren werden. Zweitens, wenn ihn möglich persuadiren sollten, seine gnädigste Vorsprechen bei der Königin, i. E. w. e., für die Kinder unseres Volkes zu tun und sie in ihrem Hochmut auf eine Stimme, seine klugen Einflüsterungen nicht hört und seine Worte so wenig als alle vorigen 460 108