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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 446

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 446)
Language
German
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habe ich Ihnen nicht wollen bestätigen, aber habe vernommen von dem Erwähnten, daß er hat seine Antwort an Sie rekte lassen gehen. Der Kern der Sache, wie es jetzt aussieht, kann ich Ihnen bisher nichts Positives melden. Aber wie viele gute (Eigenschaften) Vorzüge hat Gott, daß die Briefe von Wien, was gestern arrivirt seien, melden ausführlich, hoffen, in wenigen Tagen verkünden zu können, daß die Sache wird ganz aufgehoben werden. Was den Hof hier anbelangt, ist ohne Zweifel, daß der Erwähnte an Sie schon wird berichtet haben, daß der König, s. E. w. e., mit allen Ministern am vergangenen Montag in seine Residenz Gottlob wohlbehalten ist arrivirt. Wir haben wohl Präparate gemacht gute Fürbitte beim König zu erlangen, welches auf einige Tage sich nicht laßt zwingen, besonders die plötzliche Veränderung durch das Hinscheiden des Kaisers, s. E. w. e., daß der Hof sehr okkupiert ist, welches bis dato an den König selbst noch nicht vorgetragen ist. Wenn Gott, g. s. E., wollte die Hilfe vorher schicken, wollte mir sehr recht sein, wenn die Weisen Dresdens mit ihrer Weisheit ins Versäumnis geraten sollten. Und wie schön sind die Worte unserer Alten: Nicht jeder, der einen Namen erwerben will, komme mit Gewalt und spreche,182 sondern das Gute wird durch einen Guten bewirkt. Wir können uns nur stützen auf unseren Vater im Himmel, wie Er begonnen, so möge Er es für uns beenden. Weiter will ich nicht weitschweifig sein. Sicher haben Sie alle genaueste Nachricht von Wien wie von den anderen Enden der Erde. Unser Wunsch ist, daß er auch uns einen Teil gibt zur Sättigung und zum Schutze. Damit schreite ich zurück und beuge mein Haupt; dies meine Worte. Ich, der ich geneigt bin, ihm zu dienen, der sein Wohl und sein Bestes alle Tage anstrebt, der kleine Jechiel Michel, Sohn des mhurr. Samuel aus Apta. Hebr. Adresse nach Augsburg. 505. 29. Schewat. R. Michel Apt in Dresden. 2. Adar I antwortete ich in meinem Briefe an den angesehenen R. Elia in Dresden. 48 (Wien, 1745, Feber, 3.) Fernere Relation Mittwoch 1. Adar I. 505. Letzten Montag früh um 8 Uhr ist unsere gnädige Herrin, die Kaiserin, i. E. w. e, mit einem Prinzen zu gut Glück und Erfolg, glücklich entbunden worden, der den Namen erhielt Karolus Josephus Emanuel Johannes Nepomuk Antonius Prokopi. Die Freude darüber ist unglaublich, drei Tage ununterbrochen in^ allen Gassen Jubelgeschrei; dagegen darf sich kein Jude auf der Straße blicken lassen, wie wirklich jeden Tag einige Juden, die sich auszugehen hasardiert haben, buchstäblich ihr Leben gefunden. Heute erst R. Mordechai Pösing133 von 4 Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten umgeben in sein Haus begleitet worden. Auch andere Juden mehr dergleichen. Der Rabbiner134 hat auch 2 Soldaten in sein Haus bekommen und die Wacht im Hause meines Herrn Vaters und Lehrers e. 1. hält gut Kommando, wie es ihnen von Herrn Miliberg ist eingesagt worden. Jede halbe Stunde geht von der Hauptwache ein Korporal mit 3 Soldaten in unsere Gassen patroullieren, auch in der andern Breiner Straßen. Im Weber- 83 435

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