Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 444)
- Language
- German
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Gottes, denn sie geht nie zu Ende und seine Barmherzigkeit ist nie erschöpft, so sehe weiters nichts übrig als den Fleiß bei Tag und Nacht und Unterhalt derjenigen, die es zu bewirken haben. Es wird aber unserer Gemeinde, G. e. s., sehr kläglich vorgestellt, die Eifrigen dort noch mehr anzueifern, weil bis jetzt ihre Kraft zu schwach ist, wegen der Kürze des Atems und der schweren Arbeit,131 so vergeblich angewendet. Zum Teil kommt es mir selbst so vor, auch als wenn eine Trennung der Herzen unter dem Reste Israels dort entstanden ist, seitdem die Hochstehenden zum Teil weniger werden, da doch das zerstreute Lamm Israels, dessen Glieder alles empfinden, es sonst nicht in Brauch gehabt. Noch weniger ist es jetzt, behüte, dienlich, sondern jeder gehöre sich mit all seiner Kraft anzuschließen und bei den Versammlungen der Häupter des Volkes zu sehen, wie weit die Dinge gedeihen, und selbst unter eigener Lebensgefahr für das Blut Israels einzutreten und er denke ja nicht, sich zu retten unter allen anderen Juden. Mein geliebter Schwager, Rabbiner, s. L. 1., es gebürt sich, jegliches Geschäft durch ein strenges Gebot zu verbieten, wie man bei einem Gemeindefastta,ge zu tun pflegte, damit keiner was anderes vor Augen hat als nur die Zerstörung, u. u. v. S. w., auch dort keine Ausgaben zu sparen, damit es nicht an Hilfe und Unterstützung von Menschen fehlt und durch Fasten, Gebet und Wehklagen der Kinder Israel des böse Geschick vereitelt werde. Mit dem erwähnten Herrn Hofrat Helm muß man zu unterhandeln suchen und ihn zu vermögen, daß unabläßlich, wie ihm befohlen wurde, allenthalben Vorstellung tut im Namen des Herrn Kurfürsten, s. E. w, e., und kann man die Abgesandten Prags an ihn weisen, auch einer den andern, damit allenthalben bei den Gesandten durch neue Männer Erbarmen erweckt werde und ist der erwähnte Herr Hofrat von Person und Natur nicht stolz. Und dies zur Kenntnis, daß auch Herr Geheimrat von Ertal, Hofrat, Exc. prim. März dort einzutreffen gedenkt, nachdem er seine Gesandtschaft in puncto Denunciation des Hinscheidens unseres Herrn Kaisers, F. m. i.? am Hofe Hannover, Berlin, Dresden und Prag abgelegt, welche ihm vom Herrn Kurfürsten, s. E. w. e., aufgetragen wrorden und wird er am Sonntag von hier nach Frankfurt zum kurrheinischen Kreis und am nächsten Mitwoch von Frankfurt seine Reise antreten. Wenn nun, wie ich hoffe, ein Aufschub auf einige Monate wenigstens erlangt wird, so bin vom festen Vertrauen in die Gnade Gottes, daß dieser in seiner Weisheit und nach dem Befehle des Herrn Kurfürsten, s. E. w. e., das Verhängnis aufheben und das Herz der Königin zum Guten für uns wendet, daß auch in allen bisherigen Verfahren eine Änderung geschieht nach dem Rechte. Und darum erbitte ich, daß mein geliebter Schwager, der Rabbiner, s. L. 1., nach seiner Klugheit und 81 433