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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 396

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 396)
Language
German
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IRI
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die Kinder Israel, daß nicht vergossen werde das Blut vieler tausender und zehntausender Unschuldiger durch die Vertreibung, bevor die Untersuchung angestellt wurde. Denn der König kann nur auf Recht das Land stellen64* und wir müssen von der Königin, i. E. w. e., eine Erweiterung zu erreichen sehen. Inzwischen kann die Sache durch eine Inquisitionskommission genau untersucht werden, bis die Wahrheit ergründet ist, und dann möge nach dem, wie befunden wird, jeder, der sich versündigt hat, für seine Schuld sterben. Der Sünder möge gestraft und gezüchtigt werden nach Verdienst, aber Gnade geübt werden an den von Schuld Freibefundenen, daß sie wohnen können in ihrem Schatten und daß jeder an seinen Ort komme in Frieden. Das ist der Inhalt ihrer Bitte. Doch unsere Brüder, die Kinder Israels, die in der geschilderten Not sind, ihr Geist ist verwirrt durch die Stärke der Leiden, die über sie gekommen sind und sie haben ihre Rede allgemein gehalten, wo sie sie hätten erklären sollen und darin zu erkennen geben, welche Regierung und welcher Herrscher die Macht habe mit der Königin, i. E. w. e., in der Sache zu rechten und sie zu seiner Ansicht zu bewegen, um durch ihn Rettung und Hilfe zu finden, und geschwunden ist die Weisheit seiner Weisen, die Einsicht seiner Einsichtigen wird zunichte bei allen Gefangenen, die sich ja nicht selbst aus ihrem Gefängnisse befreien können. Auch dürfen sie sich nicht trauen, solche Briefe durch die Post zu senden, denn sicher hat man Wächter aufgestellt, dies zu überwachen. Wäre dies nicht, hätten sie gewiß Briefe mit ganz genauen deutlichen Angaben an alle Gemeinden und alle Länder Deutschlands, Italiens und Romanias geschickt. Jedoch die Pflicht liegt auf ganz Israel, den Brand zu beweinen und den grimmigen Zorn der Königin, i. E. w. e., zu beschwichtigen durch eindringliche Fürbittebriefe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Nun wir die Endesgefertigten haben uns beraten, gemeinsam mit dem angesehenen berühmten R. Wolf Wertheim aus Wien und beschlossen, in seinem Namen Briefe zu schreiben an die Vorsteher in Holland und England, sie möchten zusehen, obige Bresche einzudämmen, wie wir es auch tatsächlich durchgeführt haben auch an anderen Orten, da wir nicht wissen können, ob dieser oder jener der Geeignete ist, oder ob etwa Beide gleich gut sind. Und in Wahrheit ist unser Herz noch unruhig denn das ist eine Heilung in der Ferne und die erwähnte Frist von 4 Wochen ist kurz und reicht nicht zum Hin- und Hergehen, und es steht zu befürchten, daß Gott behüte, diese Zeit ohne Erfolg verstreichen, und wenn sie, Gott behüte, am Ende der vier Wochen aus Prag vertrieben werden, nach dem Sinne der Abschrift des Befehles, dann gibt es keine Heilung mehr für ihre Wunde, dann 33 385

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