Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 392)
- Language
- German
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Hauptes, dem gelehrten Haupte, dem berühmten und angesehenen gottesfürchtigen E. Wolf, d. Gr. 1. Seinen Brief v. 25. nebst Quittung und v. 26. ds. nebst der betrübten Relation von Wien habe ich richtig erhalten, welches letztere sogleich nach Hawdole60* an meinen Mechutan R. Kopel Frankel, s. g. 1., selbst, als auch meinem Schwager R. S.81 kommuniziert, morgen gleich in der Früh wird s. G. w. solches auch in der Versammlung von Kahal vorgelegt. Dieses hat allseits die Herzen sehr erschüttert, was aber vorgekehrt wird, kann noch nicht melden. Jedenfalls dient zur Nachricht, daß nachdem an meinen Mechutan den angesehenen R. Kopel, s. g. L, von seinem Schwager dem gelehrten Rabbiner R. Mose Kann, s. L. 1., sehr bewegliche Briefe diesfalls eingelaufen, als auch, daß er von Kahal hier darum ersucht worden, sich morgen früh gemeinsam mit R. Salman Ulmo nach Bamberg zum Herrn Bischof, s. E. w. e., begibt. Gott schicke seine Engel vor ihm her auf dem Hinweg und Rückweg und helfe ihm alle bösen Verhängnisse über uns zu vereiteln. Amen und so sei es sein Wille. Gestern sind Briefe von Leipzig eingelaufen, daß nachdem das Verhängnis von Prag und der Provinz schon kundbar worden, sind sogleich die Kaufleute allda zusammengekommen, und unter ihnen geblieben, weil dasige Kaufleute, worunter der Kaufmann Hof mann allein 140/m fl. betreffen solle, bei den Kindern unseres Volkes in Prag und der Provinz eine große Summe zu fordern, ein Memorial an den König von Polen, s. E. w. e., abgehen zu lassen, dem nach durch die geschehene Plünderung ihnen großer Schaden zugezogen worden und nun sollte die Vertreibung darauf erfolgen, mithin wäre bei solcher Beschaffenheit, so sie alle außer Possession kommen, nicht allein zu ihrem Regreß gelangen, keine Hoffnung übrig, sondern der Leipziger Markt, so größtenteils in Prager und böhmischen Juden besteht, dadurch in große Dekadenz kommen, daher möchte der König, s. E. w. e., weil nicht allein seine Untertanen, sondern dem König, s. E. w. e., selbst hiedurch großer Schaden kausiert wird, mit seinem höchsten Vorwort bei der Königin, L E. w. e.? zustatten kommen möchte, daß die Vertreibung nicht vor sich gehen und die Juden in ihrem Gewerbe zu lassen, damit dem König, s. E. w. e., und ihnen nicht solcher großer Schaden zugezogen wird, wenn dem also, wie nicht zweifle, hoffe, soll es gar viel zum Guten ausgeben. Morgen gehen auch über 10 Kaufleute von Nürnberg, so bei den Kindern unseres Volkes zu fordern, nach Prag, um zu sehen, bei wem ja oder nicht was >zu hoffen und was zu retten ist. Daß diese aber bei dem Bischof, s. E. w. e., oder sonsten memorialiter einkoimmen sollen, Fürbitte bei der Königin, i. E. w. e., zu tun, ist erstens nicht mehr möglich, weilen sie morgen schon fortgehen, solches 29 381