Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 376)
- Language
- German
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stehen in Fässern als obs wohl wäre eingepackt, von welchem die sich zu allem Bösen gebrauchen lassen Juden sehr Vielles an sich erkauffet haben, wie dann diese letztere mit dem Feind in beständig gut vernehmen stehen, ihnen in allem an der Handt zu gehen und sogar wie es Jungsthin 200 dley Juden gesinder bey Nächtlicher abftihrung Preyßischer Canons beobachtet worden sich zu beschützung des feindlichen Guts bewaffnen lassen. 3 Prag, 1744, Dezemb. 2. Gelobt sei Gott! Frieden meinen geliebten Brüdern, nämlich meinem Herrn, dem ausgezeichneten Rabbiner, dem angesehenen gelehrten R. Kopel, Gott schütze und erlöse ihn, und dem angesehenen Führer und Vorsteher R. Sekel, s. g. 1. und dem ausgezeichneten gelehrten R. Secharja s. g. L11 Wegen der Menge der Drangsale12 und Kümmernisse, Leiden und Mängel, die nicht gezählt werden können, kann den jemand erzählen, was uns zugestoßen, ist unser Herz wund den ganzen Tag, ob der Stadt und des Bezirkes, die zur Schmach und Beute geworden. Am Donnerstag, den 21. Kislew, zog plötzlich das Heer des Königs von Preußen von hier ab, niemand wußte, wohin sie gehen und während sie noch abzogen, kamen die Soldaten der Königin, i. E. w. e., ihnen entgegen Husaren, Banduren, Tolpatschen in die Stadt auf die Bruck und die Kleinseite. Sie stellten sich in zwei Schlachtreihen gegeneinander, und als die Soldaten der Königin siegten, zogen jene rasch hinaus; sie aber liefen mit Pfeilen und Bogen und kamen mit Äxten wie Holzfäller, sie zerbrachen die Tore der Judenstadt, Häuser und Höfe und erbeuteten Beute an Gold und Silber und Kleidern und Geräten, sie beraubten Mann und Frau um ihre ganze Habe, sie suchten mit Lichtern von Zimmner zu Zimmer, von Dach zu Dach mit gezücktem Schwerte und stark bewaffnet, so daß sich wirklich Viele nicht retten konnten. Es fielen die Leichen der Menschen wie Dünger auf dem Felde, manche fielen vom Dach herab, manche durchbohrten sie mit ihrem Schwerte und ihren Waffen; es gab viele Erschlagene, gegen 15 Personen, darunter ausgezeichnete Männer, so der angesehene R. Secharja Joss, der gelehrte R. Gabriel, Sohn des gelehrten Rabbiners R. Mose aus Mainz und ihresgleichen, Blessierte waren über hundert, darunter der Rabbiner, der Gaon, der gelehrte R. Isak Spira, der Vorsteher R. Simon Frenkl, der ausgezeichnete Vorsteher R. Samuel L. S. Gott möge dies richten. Sie zerstörten die Synagogen und Bethäuser, zerrissen die heiligen Bücher, alle Geräte nahmen sie mit, auch unser Haus zerstörten und verwüsteten sie. Tröster fanden wir nicht bis am 13 365