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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 308

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 308)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1767-2646111
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Die Prager Judenkonskription vom Jahre 1729. Von Dr. Jaroslav Prokes, deutsch von Dr. Anton B1 a s c h k a. Am Schlüsse meiner Studie über den Antisemitismus der Behörden und das Prager Ghetto in nachweißenbergischer Zeit habe ich auf eine bis dahin unbekannte, äußerst wichtige Quelle zur Geschichte der Prager Juden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufmerksam gemacht. Es handelt sich um das Elaborat der Prager Ghettokonskription vom Jahre 1729. Diese Arbeit war das Ergebnis mehrjähriger Verhandlungen der Behörden und sollte als Unterlage für eine tiefgreifende Reduktion der Prager und böhmischen Judenschaft überhaupt dienen, wie sie von der Regierung Kaiser Karls VI. geplant war. In Wirklichkeit aber bedeutete •sie nicht bloß den ersten, sondern auch den letzten Schritt tuezu.1 Der historische Wert der Prager Judenkonskription vom Jahre» 1729 »beruht vor allem darin, daß es, soweit mir wenigstens bekannt ist, die erste Konskription dieser Art ist, welche sich bis auf unsere Zeit erhalten hat, obwohl solche Judenkonskriptionen, wie ich in meiner Arbeit aufmerksam gemacht habe, allerdings sdion früher stattgefunden hatten. Darüber hinaus aber gestatten die recht ins einzelne gehenden Angaben dieser Konskription ziemlich tiefen Einblick in die Prager Ghettoverhältnisse jener Zeit, und zwar nicht nur in bezug auf Population, soziale Gliederung und Genealogie, sondern auch in wirtschaftlicher, rechtlicher, ja bis zu einem gewissen Grad auch in baulicher Hinsicht. Im Jahre 1929 begnügte ich mich damit, auf die Quelle nur mit einigen kurzen Hinweisen aufmerksam zu machen, da ich mit einer baldigen vollständigen Drucklegung dieser Konskription rechnete, um sie für ein weiteres Studium allgemein zugänglich zu machen. Diese Voraussetzung hat sich jedoch noch nicht erfüllt, sondern wird erst im Laufe einiger Jahre ihre Verwirklichung finden. Deshalb will ich vorläufig in diesem Beitrage wenigstens einen Teil der wichtigen Konsfcriptionedaten zusammenfassend darstellen, und zwar jene Daten, die siah auf die Population und den wirtschaftlichen Zustand des Prager Ghettos in den Zwanzigerjahren des 18. Jahrhunderts beziehen. Das erwähnte Konskriptionswerk liegt im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag in einem mächtigen, im großen ganzen guterhaltenen Querf oliobande vor, Format 45 cm X 60 cm, in Leder gebunden^ mit geschmackvoller Ornamentprägung. Das Buch umfaßt neben dem Titelblatt 300 Formularseiten, von denen 299 beschrieben sind. Die lang- 1 297

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