Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 296)
- Language
- German
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Ubersetzung der Grabinschrift des Oberrabbiners Ahron Simon Spira-Wedeles. Am Ausgang des Sabbat, am 1. Wochentag dem 29. Kislew 5440 nach der Schöpfung. Gebrochen ist der Ruhm, der Turm der Macht und Herrlichkeit, Kleinod Israels, Gerät des Heiligtums, Diadem und Krone, der Gesalbte Gottes, der Hauch unserer Nase, ein Fürst Gottes, Herr der Thora, der große berühmte Gaon, der Fromme und Bescheidene, der Lehrer ganz Israels, der Vater des Gerichtes, das Haupt der Hochschule, unser Meister, der Rabbiner Rabbi Ahron Simon Spira, das Andenken des Gerechten zum Segen [geschwunden ist sein Glanz] und seine Zierde. Simon der Gerechte lehrte und versah das Rabbinat in Prag vierzig Jahre, sein Netz war ausgebreitet über Frankfurt, Lublin, Krakau, Wien. Er fastete oft mehrere Tage ohne Unterbrechung; der Meister genoß nicht von dieser Welt auch nur einen kleinen Finger breit, der Schlaf mied ihn auch in der finsteren Nacht. Sifra, Sifre und die Gesetze und die Ordnungen der Mischna (beherrschte er) auswendig, wer könnte erzählen seine Wunder, wie er gefördert kostbare Schätze und die Antworten, gesendet nach allen vier Richtungen. Name von Simon, sein Name ging immer größer in die Fernen, von den Enden der Erde versammelten sie sich zu schärfen die scharfen Chilukim, er lehrte ferner Erkenntnis im Meere (des Talmud) und der Dezisoren, Antworten auf Fragen verfaßte er in großer Zahl, und geläuterte Deraschoth. Die Engel besiegten die Mächtigen und Ahron (stieg) zu Gott in die Höhe. Entsetzt Euch ihr Himmel, daß die Brandungen des Meeres ihn schraken, es breiten ihre Netze über ihn die heulen de Wüste und Einöde. Tag für Tag sagt man, gelobt sei Gott, daß er ihn nicht ausgeliefert. Viel von seinen talraudischen Werken und Respon&en stahlen sie und zerrissen sie; sein Stamm ist stark, seine Zweige mächtig und viele Gewächse halten ihn zusammen. Die Freude unseres Herzens ist geschwunden, viel ist der Trauer und Klage, Anmut und Freude ist dahin, er ist gestorben (440 d. kl. Z.). Hier ist verborgen das Licht der Welt, das erleuchtet die ganze Welt mit dem Lichte der Thora, gesprochen durch Ahrons Mund, der Herr und Lehrer ganz Israels, unser heiliger Meister, einzig in seinem Geschlechte, einem Engel Gottes gleicht seine Gestalt, der Sohn unseres Herrn und Lehrers, Benjamin des Gerechten, des ausgezeichneten Rabbiners unseres Meisters und Lehrers, des Einzigen seiner Zeit, Benjamin 33 285