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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 222

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 222)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1681-2646025
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skriptionsliste trotz seines Adelsprädikats als „Handelsjud" bezeichnet wird. Ein Streiflicht auf die Vermögensverhältnisse der Neuhauster Juden wirft die Mitgift, welche dieselben im 18. Jahrhundert in die Ehe bekamen oder ihren Kindern in die Ehe gaben. Arom Samuel gab um 1721 seiner Tochter eine Mitgift von 400 Fl. Dem Mich! Winternitz brachte seine Frau Chaile 2000 Fl in die Ehe, dem Jakob Wiener brachte seine Frau, die älteste Toehter des Isaac Bobele, um 1760 eine Mitgift von 2000 Fl, dem Low Bobele 1795 seine Frau Rosalia Luca aus Prag 3000 Fl in die Ehe, während er von seinem Vater Isaac Bobele 4000 Fl als Mitgift bekam, dem Natten Wotitz brachte 1795 seine Frau, eine Tochter des Aron Leidenfrost aus Wien, 4000 Fl. Die Witwe des Isaac Bobele Anna brachte ihrem zweiten Manne Israel Löwy im Jahre 1796 38.000 Fl in die Ehe, davon 35.500 Fl Ausstände bei Neuhauser Tuchmachern für gelieferte Wolle. Am 19. Mai 1801 wurde Neuhaus von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht. Drei Kirchen und 320 Häuser, darunter auch die Judenhäuser und die Synagoge, wurden ein Raub der Flammen. In einer gemeinseihaftli'chen Bittschrift bitten Samuel Bobele, Moyses Kohn und Jakob Wottitz den Grafen Czernin „Bochderselbe geruhete uns zur Erneuung unserer Häuser und der Synagoge mit Aushilfe der Notwendigen Baumaterialien nach Hochderen edelmüfchigste Gesinnungen eine gnädigste Unterstützung zukommen zu machen". Löw Bobele bittet in einem besonderen Gesuch „um gnädigste Aushilfe mit 30 Thramen (Rundhölzer), 48 Wandthramen zu 8 Klafter lang, 16 Stück Bündholz, 40 Querhöker, 2% Schock Bretter, 4 Schock Latten und 2000 Stück Taschen, Anna Löwy, „gewesene Bobelin", führt in einem Bittgesuch aus, daß sie bei den durch die Brandkatastrophe nahrungslos gewordenen Tuchmachern Ausstände von beinahe 40.000 Gulden für gelieferte Wolle habe, deren Einbringung unmöglich sei, weshalb sie, um ihre Gläubiger befriedigen und ihr Geschäft weiterführen zu können, ein Darlehen von 10.000 Gulden aufnehmen müsse. Sie bittet daher, Graf Czernin möge anordnen, daß sein Neuhauser Wirtschaftsamt für das aufzunehmende Darlehen Bürgschaft leiste. Sie werde den Betrag in 10 Jahresraten ä 1000 Fl zurückzahlen. „Als Sicherheit und Unterpfand könne sie ihm außer einem landtäflich gesicherten, erst in drei Jahren zur Rückzahlung gelangenden, beim Grafen Wratislaw ausstehenden Guthaben von 5000 Gulden samt den beinähe 3000 Gulden ausstehenden Interessen und ihrem so genannten Schmeißersehen Hause nichts anderes als sich selbst, ihren Ehemann und Kinder mit Leib und Seele unterwerfen". Ob und in welchem Maßstäbe Graf Ozernin den Bitten der Neuhiauser Juden stattgegeben hat, ist leider aus den Akten 212 30

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