Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Ziele und Wege einer Wirtschaftsgeschichte der Juden in der Tschechoslowakischen Republik. Eine kTiti«s<di-pro^ammaii!&ohe Untersuchung von Dr. Bernhard Heilig. Erstes Kapitel. Die Jüdische Historiographie. A. Die Theorien. Die jüdische Historiographie im Zeichen der Leidens- und Geistesgeschichte. Graetz. Vordrigen der soziologischen Betrachtungsweise. Interesse an wirtschaftlichen Problemen im Entstehen. Dubnow. Die neueste Auffassung: Klarlegung der Wechselbeziehungen mit der nichtjüdischen Umwelt als Forschungsziel; Wirtschaftsgeschichte ein gleichberechtigtes und selbständiges Gebiet. Täubler. Weit ist der Weg-, den die jüdische Historiographie seit ihrer Wiedergeburt im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts — von Zunz und Jost bis zu Dubnow und über diesen hinaus — gegangen ist. So groß die Zahl der jüdischen Historiker, so vielfach die ihren Werken zu Grunde liegenden Theorien auch waren, — ihr Schaffen hatte in der ersten, bis zu Graetz reichenden Periode jüdischer Geschichtsschreibung ein Gemeinsames: einerseits die Leidens-, andererseits die Geistoesgeöohichte in den Vordergrund zu rücken. Leopold Zum1 war es, der auf solche Art wegweisend für die späteren jüdischen Historiker wurde. Wir vermögen diese Betrachtungsweise sowohl bei seinen Zeitgenossen, als auch bei seinen Nachfolgern aufzuweisen. So sah Jost in der Geschichte der Diaspora einen Geisteskampf, Salvador fand die Grundsätze der französischen Revolution in der jüdischen Geschichte verwirklicht; Krochmal, der als erster den Entwicklungsbegriff in die jüdische Geschichte einführte, sieht das Wesentliche in der ReJigions-, Geistes- und Sittengeschichte; Moses Hess wiederum sieht das jüdische Volk als Träger der Geschichtsreligion mit ihrem nationaHiumanitären Geschichtskultus und Achad Haam (zeitlich nach »Graetz), dem Vertreter einer nationalbiologis^hen Theorie, bedeutet die jüdische Geschichte den Entwiek- 1 7