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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 428

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 428)
Language
German
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gegen einen besonderen Paß gestattet wurde139). Nach dem Krimkriege (1853—1856) hatten die Kleider Mandls bereits einen derartigen Ruf erlangt, daß die türkische Regierung Mandl die Bekleidung ihrer gesamten Armee übertrug140). Diesen Armeelieferungen folgten bald auch solche für Serbien, Griechenland u. a.141). Mayer Mandl, der im Dezember 1850 „Meister44 der Plumenauer Schneiderzunft und bei Gründung der „Reichszunft" in Proßnitz deren Vorsteher geworden war, nahm im Jahre 1857 seinen jüngeren Bruder Isak (Ignatz, geb. 1823) in seine Großhandlung und Erzeugung auf, d. h. er ließ ihn, konnte ja die künftige Entwicklung der österreichischen Gewerbegesetzgebung nicht vorausgesehen werden, bei der jüdischen Reihezunft als Lehrling aufdingen142). Inzwischen hatte Mayer Mandl das größte Haus der Judenstadt (von Feith Ehrenstamm 1813 zweistöckig erbaut) im Jahre 1855 um 16.500 fl. C. M. erkauft und richtete nun hier die großen Manipulation»- und Lagerräumlichkeiten seines immer weiter wachsenden Betriebes ein143). Endlich sucht der bisherige „Kleiderhändler44 Mayer Mandl1 am 23. August des Jahres 1858 um Verleihung der Fabriksbefugnis an144): „Mayer Mandl, Schneidermeister und Hausbesitzer in Frößnitz (bittet) um Verleihung des Landes- und eventuell des einfachen Fabriksbefugnisses zur Erzeugung aller Gattungen von Männerkleidungsstücken im Großen." Daraufhin berichtet das Olmützer Kreisamt an die Statthaltefei; „Das k. k. Kreisamt hat über das Einschreiten des Proßnitzer Schneidermeisters Mayer Mandl, um Verleihung eines förmlichen Landesfabriksbefugnisses zur Erzeugung aller Gattungen von Männerkleidungsstücken, laut des anruhenden Protokolls ad. 27. September l. J. die angeordnete Untersuchung gepflogen. Aus letzterer ist genau zu entnehmen, daß die Unternehmung des Mayer Mandl jetzt schon einen bedeutenden Umfang erlangt hat und auf einer soliden Unterlage beruht, daß die Qualität der Erzeugnisse eine gute, ferner der Preis der letzteren ein ganz außerordentlich billiger ist, daß ferner dem Unternehmer ein namhafter Betriebsfonds und vollkommen zureichende, durch die bisherigen günstigen Erfolge bewährte Sachkenntnisse zu Gebot he stehen, daß endlich rücksichtlich des Mayer MandVschen Geschäftes eine ordentlich geschäftsmäßige Buchführung stattfindet. Da es durch die fragliche Unternehmung dem ärmeren Theile der Bevölkerung möglich ivird, sich um ganz ungewöhnlich billige Preise eine recht zweckmäßige Bekleidung zu verschaffen, und eine große Zahl von Schneidern aus Proßnitz und dessen Umgebung andauernde Beschäftigung finden, somit den für kleinere Gewerbsleute so verderblichen zeitweisen Erwerbsstockungen nicht ausgesetzt sind, 424

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