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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 311

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 311)
Language
German
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IRI
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Die Vorläufer der mährischen Konfektionsindustrie in ihrem Kampf mit den Zünften. Von Dr. Bernhard Heilig. Vorwort. Es ist nicht zum ersten Mal, daß ich den Versuch mache, die Geschichte der tschechoslowakischen Konfektionsindustrie auf mährischem Boden zu verfolgen. Eine Reihe von Skizzen und Studien in Jahrbüchern, historischen Zeitschriften und ausländischen Fachblättern liegen hinter mir. All diese Vorstudien mußten aber notwendigerweise unvollständig bleiben, weil mir zur Zeit, als sie geschrieben wurden, nur ein geringer Bruchteil des Akten- und anderen Materials, das in dieser Arbeit Verwendung findet, bekannt war. Glückliche Funde haben inzwischen die Lücken gefüllt — und so fasse ich jetzt Geschriebenes und neu Gefundenes zu einer erstmaligen Darstellung des jüdischen Kleiderhandels in Mähren, soweit er sich zurückverfolgen läßt, bis zur Entstehung der ersten mährischen Konfektionsfabrik, die gleichzeitig die erste ihrer Art in Österreich war, zusammen. Am Ende des vorigen und zu Beginn dieses Jahrhunderts ist zu wiederholten Malen der Versuch gemacht worden, die Entstehung der österreichisöhen Konfektionsindustrie in großen Zügen zu zeichnen (Mayer, Leiter, Adler, „Die Großindustrie Österreichs", IV. Band). All diese Untersuchungen bauten aber ausschließlich auf mündlicher Überlieferung und zum Teile selbst Erlebtem. Es ist daher verständlich, daß man nicht weiter als bis zur Mitte, bestenfalls zum ersten Viertel des 19. Jahrhunderts kam und dort den jüdischen Kleiderhandel und die aus ihm entstehende Konfektionsindustrie beginnen ließ. Das Bild verändert sich, wenn, wie es in vorliegender Arbeit geschehen ist, anstatt der Tradition die Archivbestände zu Rat gezogen werden. Es wird dann klar, daß der jüdische Handel mit neuen Kleidern bereits während des Dreißigjährigen Krieges in Mähren begonnen hat (der Altkleiderhandel liegt noch um Jahrhunderte weiter zurück) und nach dem Dreißigjährigen Kriege zu voller Blüte kam; die Kontinuität bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts läßt sich dann leicht belegen. Es erhebt sich nun die Frage, ob denn der Kleiderhandel, den wir durch Jahrhunderte verfolgen, wirklich so wichtig ist, daß so viel Mühe an ihn gewendet wird. Wodurch erweckt er ein solches Interesse? Sicherlich nicht durch die Tatsache allein, daß er im 17. Jahrhundert 307

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