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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 151

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 151)
Language
German
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IRI
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Die Form des Hutes durfte niemals mit der der allgemeinen Mode übereinstimmen; so erhielt der Hut im XIV. Jahrhundert, als Kapuzen modern waren, die Form eines Zuckerhutes mit breitem oder schmalem herabhängenden Rande, während im XV. und XVI. Jahrhundert den Juden die außer Mode gekommenen weichen Kappen, immer mit der typischen Spitze, vorgeschrieben waren. Die Farbe des Hutes war zuweilen weiß, zumeist aber gelb. Daß der Judenhut in den böhmischen Ländern bereits im Jahre 1243 gebräuchlich war, beweist eine Verordnung im Brünner Schöffenbuche, daß dem zum Tode verurteilten Juden bei seiner Hinrichtung, zur Unterscheidung von den gleichzeitig mit ihm hingerichteten Christen, ein aus Holz verfertigter Judenhut auf den Kopf gedrückt wurde8). Einen weiteren Beweis für den Gebrauch des Judenhutes in Böhmen während der Regierungszeit Wenzel I. (1230—1253) liefert uns eine altböhmische Sage, nach der ein tschechisches Geschlecht den Judenhut sogar als W a p p e n annahm. Nach dieser Sage soll Vseslav oder Zdislav im Jahre 1252 ein jüdisches Mädchen vergewaltigt und darauf getötet haben; dieser wurde dann auf Veranlassung ihres Vaters von seinem eigenen Diener erschlagen. Doch seine Verwandten rächten sich an dem Juden, wofür sie wieder bestraft wurden; später trafen sie mit den Juden eine Vereinbarung, derzufolge sie als Strafe einen Judenhut als Wappen annahmen9). Daß der spitzige Hut das typische Merkzeichen der böhmischen Juden vom XIII. Jahrhundert war, bezeugen auch die in Böhmen vollendeten illustrierten Manuskripte des XIII. und XIV. Jahrhunderts, wo alle als Juden bezeichneten Personen mit einem Spitzhut auf dem Kopfe dargestellt werden. Prof. Zibrt hat in seinem Werke über die Trachten verschiedene Kopfbedeckungen, die aus dem Manuskripte des Set. Veitskapitels Nr. A 52 entnommen sind, zusammengestellt; die mit den Spitzhüten bezeichnen, nach Angabe des Manuskriptes, die der Juden10). Ebenso werden im Manuskripte „Passional der Kunigunde"11), das i. J. 1312 von Benes im Auftrage der Kunigunde, der Tochter von Ottokar II., gezeichnet wurde, die vielfach darin vorkommenden Juden ausschließlich mit Spitzhüten dargestellt. Dieses kann uns jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Tragen des Judenhutes doch hauptsächlich von der Gesinnung der Machtfaktoren den Juden gegenüber abhängig war. So wurde zur Zeit der hussitischen Kämpfe (XV. Jahrhundert) strenge auf die Einhaltung der kirchlichen Verordnung geachtet12), während dieses unter der Herrschaft Premysl Ottokars II. (1254—1278), der den Juden i. J. 1254 ein großzügiges Privileg gab, wie auch unter Karl IV. nicht der Fall war. Die Kirchenbehörden haben aber immer auf die genaue Befolgung 147

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