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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 509

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 509)
Language
German
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494 1752 läßt Prinzipal Ussler in Nürnberg als Nachspiel mit einer jüdischen Arie einen „Prager Jud im Zuchthause4' spielen, nachdem bereits 1728 in Prehausers Räteelkalender der „accurate Gänse-Schütz44 Hanswurst, der sich im November (1728) „bei dem reichen Genever-Maischel in Prag44, einem „hebräischen Tracteur44 an einer geschoppten und am Spieß gebratenen Gans und an „Couscheren Neckarwein44 gütlich tut. In Dresden gab am 23. Oktober 1750 der Prinzipal Johann Christof Kirsch „Die Pragerische Judenhochzeit: Das ist: Die in den Lauberhütten der Juden versteckte und entdeckte Liebe, oder der Juden Eyfersuchsvolles Purimfest, mit Arlequin, einem närrischen und von der Liebe bis aufs Hemde ausgezogenen Rabbi44 (Christ Heinrich Schmidt Chronologie des deutschen Theaters. Hgb. v. Paul Legband, Berlin 1902,. S. 265). Die Feste der Juden, Purim und Laubhütten, sind urasa häufiger Gegenstand der dramatischen Verspottung, als man ja gelegentlich des Purimfestes sowohl in Frankfurt als auch in Prag dramatische Spiele aufführte. Pirker führt aus zweiter Hand an: „Acta Esther Ahasverus, welche die Studierenden in Prag vor den Fürsten auf der Bühne, die man Tariatrum (Theatrum) nennt, aufführten44 (Prag 1720). Auch als Ballett wird die Prager Judenhochzeit gegeben, u. zw. durch Schikaneder, der sie 1780 in Salzburg tanzen läßt, während 1790 von der Schauspielergesellschaft im Landstraßer Theater in Wien ein ganz neues komisches Ballett mit einem ganz neuen Judentempel und transparenten Illuminationen, genannt: „Die schöne Esterle, oder die Judenhochzeit von Prag. Von Ballettmeister Huber44 aufgeführt wird. Soviel zu dieser Materie. Es wird der besonderen musikgeschichtlichen Forschimg vorbehalten bleiben, festzustellen, inwieweit Juden an der Musikeremigration des 18. Jahrhunderts teilgenommen haben. Es hat der tschechische Musikhistoriker Vladimir Helfert in seiner „Georg Benda44-Biografie gezeigt, wie während des ganzen 18. Jahrhunderts Musiker aus Böhmen nach Deutschland, Frankreich und Italien auswanderten, man weiß, daß im 18. Jahrhundert böhmische Musiker die Orchester und Theater ganz Europas geradezu überschwemmten; so wird wohl unter diesen Musikern gar mancher Jude mit ausgewandert sein. Benda selbst erzählt ja in seiner Selbstbiografie,

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