Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 507)
- Language
- German
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492 Namen trugen. So gibt es einen Selig Fiedler, einen Löbl Greg Basso, einen Joachim Krumhals (wahrscheinlich Guittarist), einen Lösser Cymbal, einen Lob Klavizimmerer (Klavicembalist), eine ganze Anzahl von Leuten, die Fiedler heißen und merkwürdigerweise immer den Diskant vertreten etc. Auch der Name „Spielmann44 kommt unter den Spielleuten, die da genannt sind, außerordentlich häufig vor. Dokumente und Abbildungen über jüdische Spielleute finden sich in der Literatur auch anderweitig, so in Schudts „Denkwürdigkeiten44, wo von den „ Juden-Lezim44 gesprochen wird, die gemeine Spielleute und „kahle Bierfiedler44 seien. In einem Kupferstich in genanntem Werke sehen wir auf der Abbildung einer jüdischen Hochzeit dem Hochzeitszug vier jüdische Spielleute voranschreiten, von welchen einer ein Hackbrett, zwei Geigen und einer die Gambe spielt. 1716 wird in Prag zur Feier der Geburt eines kaiserlichen Prinzen ein Freudenfest veranstaltet, bei dem ein Ensemble von 19 Trompeten, 8 Geigen, 4 Waldhörnern und 4 Kesselpauken auftritt, auch „eine neue Orgel, welche gemacht hat B. Maier Mahler, kost mehr als 400 Gulden44. Auch bezüglich der Tempelmusik hatte Prag eine Sonderstellung. In der Meiselsynagoge pflegte man um 1680 den Empfang des Sabbats mit Instrumentalmusik zu feiern und in der Alt-Neuschul gab es eine Orgel, die man nur Freitag abends schlug. Es sei darauf verwiesen, daß auch in der Prager Theatergeschichte die Juden eine gewisse Rolle spielten. Oskar Teuber führt in seiner „Geschichte des Prager Theaters4' als Konkurrenten des berühmten Komikers und Theaterhalters Felix Kurz einen Judenkomödianten Balthasar K o h n an, der am Altstädter Ring seine Arznei- und Komödienbude errichtet hatte. In einer Beschwerde um 1735 führt Kurz gegen Kohn au, daß er und seine Leute abends während des Gebetläutens von der Teinkirche aus nicht den Hut abnehmen, daß durch seine Vorstellungen 3—4000 Personen am Beten verhindert würden, durch das nächtliche Zusammenströmen von Manns- und Weibspersonen Anlaß zu vielen Lastern gegeben werde und durch das Aufgebot von reich livrierten Mohren, Heiduken und Läufern von Seite des „Zahnarzts44 Kohn, der hohe Adel nachgeäfft werde. „Auch sei das Spielen am Freitag, Samstag und Sonntag aus Christ-