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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 471

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 471)
Language
German
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IRI
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456 Die Zensur jüdischer Bücher in Böhmen. Beiträge zu ihrer Geschichte.*) Von Guido Kisch, I. Einleitung.1) Die Einführung der staatlich angeordneten Zensur, bekanntlich eine der wichtigsten Waffen im Kampfe der katholischen Eegierungen gegen die reformatorische Bewegung, fällt in Österreich ungefähr in dieselbe Zeit wie in Deutschland.2) Auch die Veranlassung für die Einführung ist hier wie dort die gleiche: die reformatorische Bewegung. Als Zeitpunkt der ausdrücklichen Einführung der Zensur im engeren Sinne, der notwendig dem Druck und der Veröffentlichung vorausgehenden obrigkeitlichen Prüfung und Genehmigung des Druckmanuskriptes, gilt für Österreich das Jahr 1528. Die Verordnung Ferdinands I. vom 24. Juli 1528 enthält das strenge Verbot, irgend ein Werk ohne Bewilligung der Obrigkeit in Druck zu legen. Zugleich erfolgte die Einsetzimg von Zensurbehörden. Die damit auch für Österreich als Ausfluß der landesherrlichen Gewalt begründete Zensur hat seither bis zum Jahre 1848 bestanden, ohne ihren allgemeinen Charakter wesentlich zu verändern. Das Zensursystem, das durch die Generalzensurverordnung vom 22. Februar 1795 und die Zensurvorschriften vom 10. Oktober 1810 geregelt war, ist erst mit der Proklamation vom 14. März 1848 aufgehoben worden. Auf die Beseitigung der Zensur folgte aber eine Epoche stückweiser Beschneidimg der zugestandenen Pressefreiheit. Dieser ist natürlich auch die Reaktionsperiode nicht günstig gewesen. Einen Umschwung brachte erst die *) Der Verfasser behält sich das Recht der Übersetzung in andere Sprachen vor.

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