Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 311)
- Language
- German
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296 lator diese vier zeitgenössischen Chroniken unter dem Namen der ersten beiden Teile vereinigt hat, so ersparen wir eine Reihe von Schwierigkeiten, deren wir sonst nicht Herr werden. Vor allem die sinnlosen Wiederholungen im zweiten und dritten Teil, falls sie einen Verfasser haben, weiters die verschiedenen Namen der Frauen und Schwiegerväter R. Bezalel Brandeis, die Freimann zu der Annahme zwingen, daß Brandeis zweimal verehelicht gewesen, die Notwendigkeit gewisser Korrekturen, wie Ig. Mach. (42, Anm. 2) aus vier Jahren vier Monate zu machen u. dergl. *) Während der Drucklegung glaube ich mit ziemlicher Sicherheit als Verfasser der Igereth Machalath im engeren Sinne, d. L des 1. und 2. Teiles, Isak Austerlitz, den Sohn des Rabbiners Baruch Austerlitz feststellen zu können. Isak Austerlitz, oder wie ihn der Grabstein (Hock-Kaufmann, Familien Prags, 6a sub anno 535) nennt Jakob Isak Austerlitz (der Name Jakob wurde ihm wohl anläßlich einer Krankheit in seinen letzten Lebensjahren beigelegt, denn auf dem Grabsteine seiner Frau heißt er noch einfach Isak) war Gemeindevorsteher in Prag und Schwiegersohn des gelehrten Jakob aus Neustadtl (vgl. bei Hock-Kaufmann a. a. O. S. 228 b. s. a. 532 die Grabschrift seiner Frau Vögele), er hatte einen Schwager Simon Neustadtl, der die Tekanot von Prag 1767 unterfertigt. Halten wir dem entgegen, daß unser Autor, wie er am Schlüsse des 2. Teiles berichtet, Schwiegersohn des gelehrten Jakob in Neustadtl war, einen Schwager Simon hatte, so ergibt sich die Identität; dem könnte höchstens entgegen gehalten werden, daß unser Autor von Isak Austerlitz zweimal in der 3. Person spricht, einmal zu Beginn des 1. Teiles gelegentlich der Leitung der Wache, das zweitcmal, als ihm durch Vermittlung des Fürsten Lobkowitz die Ausreise mit seiner Familie gestattet wird aus der belagerten Stadt (daß dort einmal von seinem Sohne die Rede ist* während unser Autor 3 Söhne hat, ist wie aus der nächsten Zeile des Textes hervorgeht, die von seinen Kindern spricht, ein offensichtlicher Schreibfehler). Aber ich glaube, dieses zweimalige Erwähnen einer Person spricht auch mehr für meine Annahme als dagegen, denn wenn schon der Autor nicht mit Isak Austerlitz identisch ist, müßte er nach dem Vorhergesagten sein Schwager sein und da hätte er wohl dieses Verwandtschaftsverhältnis nicht unerwähnt gelassen. Für meine Annahme spricht auch der Umstand, daß die Erzählung der Ereignisse von der Abreise Isak Austerlitz am 13. November 1742 bis zu Ende des 2. Teiles — 2. Jänner 1743 — viel weniger eingehend ist, weil eben der Autor in diesen 2 Monaten nicht mehr Augenzeuge der Vorgänge in der belagerten Stadt war.