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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 284

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 284)
Language
German
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IRI
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278 III. Wortgetreue Abschrift von dem großen Unglück, welches unsere Gemeinde Leipa im Jahre 5505, das war im Jahre 1745, betroffen hat. Es kamen sieben Husaren mit vielen liederlichen, bösen Menschen, drangen in die Wohnung des Vorstehers R. Chaim, Sohn des E. Josua, forderten von ihm eine Brandschatzung, welche er nicht leisten konnte. Hierüber erbittert, ergriffen sie ihn, mißhandelten ihn durch allerlei Marterqualen, bis er ihnen sein ganzes Gold und Silber gab, nach all dem führten ihn die Bösewichter hinauf auf seine Bodenkammer, verlangten das Gold und Silber, was er verborgen; er bekam viel Säbelhiebe und Stiche, bis er seinen Geist aushauchte. Öffne mir die Pforten deiner Barmherzigkeit. Von da aus strömten die Bösewichter in die Synagoge, zerrissen, verbrannten und traten mit Füßen in Kot und Unrat alle heiligen Gesetzesrollen, raubten alles Gold, Silber, Kupfer, Messing, alle Holzgeräte zerschmetterten sie. Andere drangen wieder in die Wohnung unseres Herrn, Lehrers und Rabbi, des Gaon R. Jona, quälten, marterten ihn. Er bekam viele Messerstiche. Endlich schleppten sie ihn in allen Gassen beim Bart und Haupthaar herum, dann wurde er erschossen. So blieb er nackt liegen bis den 16. Tag in Tebeth. R. Arje Kohen zogen diese Böse wichter ganz nackt aus, schleppten ihn so nackt herum, bis er unterlag. Er wurde erstochen. R. Meir und R. Jakob Kohen wurden vor ihrem Haus erschossen. R. Benjamin, Sohn des Ephraim, wurde der Kopf abgehauen, R. Simon, Sohn des Jakob Josef, R. Abraham Levi, R, Ascher, R, Israel, R, David flüchteten in die Keller und nach verschiedenen Plätzen. R. Abraham, Sohn des Menachem, wurde auf das Stadttor aufgenagelt, wurde verspottet, verhöhnt, gemartert, bis er mit den Worten „Höre Israel" seinen Geist aushauchte. R. Zewi, R. Arje, R. Joel, R. Jehuda, R. Benjamin wurden getötet durch siedendes Blei, was man in den Magen gegossen hat. Nach R. Meir, S. d. Asarja, der entlaufen ist, wurde geschossen, der auf dem Niederliebicher Weg in einem Graben gefunden wurde am 25. Tebeth halb verwest. Dasselbe Los traf auch R. Israel, S. d. Abraham, er wurde durch Säbelhiebe verwundet, entfloh aufs freie Feld, man fand ihn tot am 10. Tage im Tebeth. R. Salomon, S. d. R. Elieser, war 94 Jahre alt, den schlugen die Bösewichter mit einer Axt auf den Kopf und mit Steinen. Er erlag in seinen Schmerzen nach zwei Tagen. Jünglinge, Mädchen und Kinder wurden niedergemetzelt ohne Erbarmen. Drei Weiber Gitl, Hendl und Schifra wurden durch Messerstiche verwundet, bis sie ihren Geist aushauchten. Sodann wurden ihnen die Köpfe abgeschnitten und in der ganzen Stadt herumgetragen. Zwei Bräute Jitl und Muskat und die Tochter von R. David wurden so lange genotzüchtigt, bis sie tot waren, dann wurden ihnen die Brüste abgeschnitten. So fanden wir sie am 16. Tag im Tebeth. Alle diese lagen teils in den Gassen und in Häusern. Ohne alles dieses schlugen sie alles tot, was sie von Juden fanden,

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